rade weil er das soll, nichts mehr umfaßt.
Den Lebensmonismus haben wir zu vermeiden. Wir solltenuns ebenso hüten, in einen Antilebensmonismus zu verfallen.Nur ein Denken, das heterologisch das Eine wie das Andereumspannt und in dieser „Dualität“ das Wesen der Welt erfaßt,kann wahrhaft universal werden, also zu einer umfassenden Philo-sophie führen. Auch das Wort Uni versum darf uns nichtverleiten, zu glauben, bei einer Zweiheit könne man nichtstehen bleiben. Insofern ist der Ausdruck „Multiversum“ glück-lich gewählt. Doch mit dem Wort allein ist es selbstverständ-lich weder in dem einen noch in dem andern Fall getan. Eskommt darauf an, was für Begriffe wir damit verbinden. Mo-nismus ist oft nichts als leerer Schall. Sorgen wir dafür, daßman vom Pluralismus nicht dasselbe sagen kann.
Mehr als ein ganz allgemeiner Hinweis auf das Andere desLebens, welches das Leben selbst unangetastet läßt, ist in dieserAuseinandersetzung mit den Modeströmungen unserer Zeit nichtmöglich. Von dem positiven Aufbau einer Philosophie desLebens haben wir abzusehen. Die Schrift will nur Kritik geben.Doch führt diese Absicht endlich noch zu einem neuen Punkt.Echte Kritik wird nicht bloß verneinen, sondern zu schei-den suchen, und das bedeutet: sowohl das Unhaltbare als auchdas Richtige sehen. Diese Forderung führt uns zur letztenFrage.
Elftes Kapitel.
Das Recht der Lebensphilosophie.
„Wie herrlich leuchtet mir die Natur!“
Jlailied.
„Ach, und nun machtest du wieder dein Auge auf,oh geliebtes Leben! Und ins Unergründliche schienich mir wieder zu sinken.“
Also sang Zarathustra.
Ist die Lebensphilosophie unserer Zeit ohne jede positiveBedeutung für die Wissenschaft? Das braucht man nicht zuglauben, selbst wenn man alle hier gegen sie erhobenen Einwändefür zutreffend hält. Um auch ihre andere Seite zu würdigen,