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ewiger Wiederkehr zu bejahen, denn eine solche Haltung zumLeben ist das Zeichen der größten Lebendigkeit, Stärke undKraft.
Kurz, überall läßt sich Nietzsches Umwertung aller Wertegerade mit Rücksicht auf die Bestandteile, die allgemeine Ver-breitung gefunden haben, auf das Lebensprinzip zurückführen.
Daß es daneben andere Gedanken gibt, die unter andern Ge-sichtspunkten vielleicht wichtiger sind, ist in diesem Zusammen-hang unwesentlich. Nur der Lebensphilosoph ist Mode gewordenund kommt in Betracht, wo es gilt, die Philosophie der Zeit ihrerallgemeinsten Tendenz nach zu charakterisieren.
Doch Nietzsche ist nur ein Lebensphilosoph unter anderen,und falls wir uns nicht auf Deutschland beschränken, nicht ein-mal mehr der einflußreichste. Am meisten unter allen lebendenDenkern wird in der europäischen Kulturwelt heute wohl HenriB ergson genannt. Er ist, wie schon angedeutet, von Schelling,wenn auch mehr indirekt, und ebenso von Schopenhauer beein-flußt, hat also dieselbe deutsche und romantische Provenienzwie Nietzsche, was angesichts seiner Ueberschätzung zu betonenist, aber auch nicht zu seiner Unterschätzung führen sollte. Ihnals „Plagiator“ zu bezeichnen, ist absurd *). Trotz der rela-tiven Unselbständigkeit seiner Grundgedanken muß er alsder eigentliche Philosoph des Lebens in unserer Zeit angesehenWörden, falls wir unter Philosophie eine Lehre und nicht nureine Stimmung oder Ueberzeugung verstehen. Er hat, obwohlseine Bücher nicht bequem zu lesen sind, großen Erfolg auch in derwissenschaftlichen Philosophie gehabt und bewirkt, daß viele esschon für selbstverständlich halten, wenn der Lebensbegriff inden Mittelpunkt des Denkens über die Welt gestellt wird.
Es kommt nur darauf an, daß wir kurz an Bergsons bekanntgewordene Schlagwörter erinnern und sie im Zusammenhang -
1) Ich erwähne das, weil ein Denker vom Range WilhelmW u n d t s eine an Aeußerlichkeiten haftende Broschüre „PlagiatorBergson“ im Literarischen Zentralblatt (13. Nov. 1915) nicht ,
völlig abgelehnt hat. Wir sollten es den Franzosen nicht nach-machen, von Männern verächtlich zu reden, die weiten KreisenAnregung und Belehrung gegeben haben. Bergson gehört zuihnen. Gewiß ist nicht alles bei ihm originell. Manches kommtvon Schopenhauer. Aber auch Schopenhauer hat viel von Schel-ling und andern und ist darum gewiß kein Plagiator. f
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