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bensphilosophie kommt es aber darauf auch nicht an. Es genügt,wenn wir verstehen, daß allein auf Grund einer Wertlehre dieLebensphilosophie überhaupt in der Lage ist, das Problemvom Verhältnis des zeitlichen zum ewigen Leben in Angriff zunehmen. Zeitlich ist alles Leben, so weit es nur lebt. Ewig wirdes, insofern es in dem lebt, was als Wert zeitlos gilt. So ist dasEwigkeitsproblem als Wertproblem zu stellen. Dann zeigt sichzugleich, wie die „Starrheit“ der zeitlosen Geltung sich mit der„Beweglichkeit“ des lebendigen zeitlichen Lebens verträgt. DasEine, das zeitlose Gelten, schließt das Andere, das zeitliche Leben,nicht nur nicht aus, sondern im sinnvolle n Leben ist beidesmiteinander verbunden, und nur die philosophische Reflektionmuß darin trennen, um zu begreifen.
Was endlich die Frage des Systems der Philosophie be-trifft, so bedarf sie keiner längeren Erörterung mehr. Ueberallbilden die Werte die Basis der richtig verstandenen Lebens-philosophie, und deren systematische Gliederung hängt daher vonder systematischen Ordnung der Werte ab. Ein System derPhilosophie des Lebens läßt sich daher nur auf Grund einesSystems der Werte errichten.
Wie die Systematik zustande kommt, und in welchem Sinnesie vollständig sein kann, haben wir hier nicht zu fragen. Esgilt überall nur, zu zeigen, wo in den Modeströmungen der Zeitdie Ansatzpunkte liegen, an welche die Philosophie an-knüpfen kann, um sich zu einer Philosophie des Lebens auszu-gestalten, die in Wahrheit Philosophie des Lebens ist.Mehr als solche Ansatzpunkte freilich kann die Zeit uns nichtgeben. So lange wir uns auf sie beschränken, bleiben wir beider Zeitanschauung stehen. Es gilt, über sie hinaus, durch die„Lebensanschauung“ hindurch, zur umfassenden „Weltan-schauung“ zu kommen. Wie das im einzelnen möglich ist, über-schreitet vollends den Rahmen dieser Erörterung.
Sollte es jedoch gelingen, aus der Lebens- und Wertphilo-sophie unserer Tage eine umfassende Philosophie deswertenden Lebens herauszuarbeiten, zu dem das Er-kennen ebenso gehört wie die andern Arten der Kontemplation,und das private Leben ebenso wie das in Gesellschaft und Staat,dann muß Idar werden, inwiefern die Modeströmungen trotz
ßickert, Philosophie d. Lehens. 2 . Aufl. 13