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Die Philosophie des Lebens : Darstellung und Kritik der philosophischen Modeströmungen unserer Zeit
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universal wird sie allein dadurch, daß sie diese Erkenntnis inihrem theoretischen Sinn und in ihren letzten umfassendstenZielen als ein einheitliches Ganzes zu deuten unternimmt. Sieversteht dadurch, wie im theoretischen Leben des Menschen dieErkenntnis der Wirklichkeit als eine stets zu erstrebende undnie ganz zu erreichende Totalität sich darstellt, und sie begreiftdamit das Wirklichkeitsganze selbst, soweit die Wissenschaft esals Ganzes überhaupt zu erfassen vermag.

Wie sie andere Wertprobleme in Angriff nimmt, haben wirgesehen, und daher ist in bezug auf den zweiten Punkt, der dieLebensanschauung betrifft, nur noch ausdrücklich ihruniversaler Charakter zu betonen. Sie wird sich nicht auf dastheoretische Leben beschränken, sondern das wertende Lebendes ganzen Menschen nach allen seinen verschiedenen Rich-tungen sich zum Bewußtsein zu bringen suchen, das weit überdas Erkennen hinausgeht. Ueberall sind es Werte, die demLeben sinnvolleLebendigkeit verleihen und es damit zu et-was anderem als zum bloßen Leben oder zum Vegetieren machen.Um der Werte willen, die in ihm zum Ausdruck kommen, lie-ben wir das Leben als Ganzes, ja es ist nicht einzusehen, wiewir es lieben sollten, wenn es keine Werte verkörperte. So gibtdie Philosophie als Wertlehre uns ein Wissen von unserer Le-bensanschauung, indem sie uns über die Gesamtheit der Werteaufklärt, um deretwillen uns das Leben lieb ist. Mehr als einesolche theoretische Klarheit kann sie uns als Wissenschaft nichtgeben, und mehr darf man daher von ihr auch nicht verlangen.

Den dritten Punkt, der die Frage nach dem Verhältnis desZeitlichen zum Zeitlosen betrifft, haben wir eben-falls schon gestreift. Die Werte, die gelten, sind nicht nur dasAndere des Lebens, insofern sie das Leben zu mehr als bloßemLeben machen, sondern sie liegen als Werte in ihrer Geltungzugleich über aller Zeit. Für die theoretischen Werte läßt sichdie zeitlose Geltung nicht bezweifeln, und schon damit ist dasallgemeine Prinzip klar.

Wie es mit der Zeitlosigkeit der atheoretischen Werte steht,ist hier im einzelnen nicht zu fragen. Da liegen die schwie-rigsten Probleme einer Theorie der Werte, die Theorie bleibenwill. Bei der Bestimmung des allgemeinsten Begriffes einer Le-