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Die Philosophie des Lebens : Darstellung und Kritik der philosophischen Modeströmungen unserer Zeit
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Die Begeisterung für den Apparat als solchen zeugt von allzugroß er Bescheidenheit. Nur technischvollkommene Maschinenstellen niemals schon einen Fortschritt in der Kultur dar, unddeswegen darf dietechnische Kultur mit dem, was wir wissen-schaftliche, künstlerische, sozial-ethische und religiöse Kulturnennen, nicht auf eine Linie gestellt werden..

Mit welchem Rechte wir in den als Beispielen gebrauchtenKulturwerten Eigenwerte erblicken, steht hier nicht in Frage.Gibt es überhaupt in sich ruhende Eigenwerte? Davon sehenwir in diesem Zusammenhang ab. Es galt nur, Pseudowertezu entlarven. Und das hat vielleicht auch eine positive Be-deutung. Wer erkannt hat, daß die Werte, die ihm bishergalten, keine Eigenwerte sind, wird um so eifriger nach Wertensuchen, deren Geltung der Kritik standhält. Wir können niemalsaufhören, nach demSinn unseres Lebens zu fragen, und nurauf Grund von Werten, die gelten, läßt er sich deuten. Somuß durch die Entwertung derLebenswerte, bei denen vieleunter dem Einfluß der Mode sich kritiklos beruhigen, die Sehn-sucht nach echten Werten des Lebens entstehen, jener Eros,der die Triebfeder aller Philosophie war und ist, und der alleModen überdauert.

Dieser Eros braucht uns andererseits nicht dahin zu führen,daß wir das Vitale herabsetzen. Wir bleiben faktisch stets insLeben gebannt und haben als Philosophen auch keinen Grund,uns aus ihm hinauszuwünschen. Ohne lebendig zu sein, könntenwir nicht forschen. Vollends ist es nicht notwendig, daß wirdie Lebenswirklichkeit zugunsten dessen, was mehr als Lebenist, metaphysisch zur bloßen Erscheinung entwirklichen. Wirhalten an dem vitalen Leben als voller Realität fest und suchentrotzdem nach einer Welt, die das Andere des Lebens ist. Mußes in der Philosophie denn immer auf ein Entweder-Oder hinaus-kommen? Der sittliche Mensch allerdings wird gewiß oft dieEntscheidung gegenüber einer Alternative nicht vermeiden dürfenund dann mit seinem Willen auf die eine Seite tretenmüssen, um die andere abzulehnen. Aber aus der moralischnotwendigenEinseitigkeit braucht man keine universale B e-trachtung zu machen. Sie führt zu engem Moralismus derWeltanschauung. Der theoretische Mensch hat überall sowohl