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Die Philosophie des Lebens : Darstellung und Kritik der philosophischen Modeströmungen unserer Zeit
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wird, in irgendeine Erkenntnis aufzunehmen. Die Lebensphilo-sophie sollte vor allem vor ihrer eigenen Tür fegen, d. h. ihreeigenen Begriffe auf ihren Lebens- und Wirklichkeitsgehalt prüfen.Sie macht denselben Fehler, den sie bei anderen rügt, und siekann nicht anders als diesen Fehler machen.

Aber es ist kein Fehler. Der Fehler besteht darin, daßman darin einen Fehler sieht und ihn innerhalb irgend einerPhilosophie für vermeidlich hält. Wer das lebendige Leben er-leben will und so dasWesen der realen Welt finden (oder wieman es sonst nennen mag, denn auf Namen kommt es beimLeben nicht an, die bedeuten nur beim Erkennen etwas), dermuß die Wissenschaft aufgeben und die Welt in ihrer Realitätfür unerkennbar erklären. Das aber wäre ebenso wie die bio-logistische Erkenntnistheorie, die das Erkennen in den Dienstdes Nutzens stellt, ein Rückfall in jenes Stadium, in dem dertheoretische Mensch noch nicht existierte, und in dem man dieWelt nur erlebte. Das kann man also nicht als philosophischenFortschritt preisen.

Allerdings ist gewiß nicht ausgemacht, daß das theoretischeVerhalten das wertvollste von allen und dementsprechend dieWissenschaft das höchste Kulturgut oder gar das höchste Gutüberhaupt sei. Vielleicht ist es einEinwand gegen die Wissen-schaft, daß sie den Menschen so weit vom lebendigen und un-mittelbar realen Leben entfernt. Die Anhänger mancher Lebens-philosophie sind nicht nur der Wissenschaft, sondern allerKultur wegen ihrer Lebensferne feindlich gesinnt. Aber ob sierecht haben, geht uns in diesem Zusammenhänge nichts an,denn wissenschaftlich können sie nierecht haben. Wissen-schaftlich kann ihr Einwand gegen die Wissenschaft nicht sein.Alle Wissenschaft ist notwendig etwas wider das bloße Lebenin seiner unmittelbaren Realität. Wer nach Wahrheit sucht,bleibt nicht beim lebendigen Leben allein, gleichviel ob er in-tuitive Lebensmetaphysik oder eine andere Wissenschaft treibt.

Ueber das Wirklichkeitsprinzip des Biologismus und seineVerbindung mit dem Lebensprinzip ist nicht mehr viel zu sagen.Es fehlt an einem Wirklichkeits prinzip, auf Grund dessenverständlich wird, wie das Leben in seinem realen Sein erkanntwerden soll. Von vornherein wiesen wir auf den engen Zusammen-

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