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hang zwischen Biologismus und Intuitionismus hin. Schon dieErinnerung an einen Denker wie Bergson würde genügen, umdiese Beziehung außer Frage zu stellen. Der Biologismus hatsich, falls man mit dem Versuch, ihn zu einer umfassendenWirklichkeitslehre und damit zu einer Weltanschauung auszu-bauen, Ernst macht, so gestaltet, daß das reale Leben nur nochdas unmittelbar Erlebte bedeutet, und damit ist der Biologismusin Intuitionismus aufgelöst. Das nimmt ihm vielleicht den Lebens-zauber, der für Viele an ihm haftet, und gerade das war not-wendig. Man muß den modernen Intuitionismus gründlich ent-zaubern, damit klar wird, wie wenig die Philosophie desLebens mit ihm anfangen kann, und das geschieht am bestenim Anschluß an die biologistische Lebensphilosophie, in deralle Fäden zusammenlaufen.
Zum Zweck dieser Entzauberung sei endlich noch eine Be-merkung hinzugefügt. Wir haben von einem „Phantom“ ge-sprochen, dem der mit dem Intuitionismus verbündete Biologis-mus nachjagt, und das er niemals erreichen wird. Phantomebehalten jedoch für manche etwas Verlockendes, und so wirdman vielleicht immer von Neuem versuchen, das Ziel, sich derunmittelbar erlebten Lebenswirklichkeit zu bemächtigen, dennochauf irgend einem Wege zu erreichen. Daher sei ausdrücklichhinzugefügt, daß die Unmöglichkeit des Erreichens nur für denerkennenden Menschen behauptet werden soll. Sobald wirnicht mehr zu erkennen wünschen, ist das Ziel, welches derintuitive Biologismus sich steckt, so wenig unerreichbar, daßvielmehr jeder von uns es in jeder wachen Minute seinesLebens erreicht hat, ohne sich dabei besonders anzustrengen.Er erlebt die Lebenswirklichkeit fortwährend intuitiv. Erbraucht sich nur diesem Erleben ausschließlich hinzugebenund sich dabei durch keines Gedankens Blässe ankränkeln zulassen, dann befindet er sich dauernd in dem Zustande der reinenIntuition, die unmittelbar mit dem realen Leben eins wird 1 ),
1) Insofern hat Fritz Münch recht, wenn er in seinemlesenswerten Buch über Erlebnis und Geltung (1913) von der„Welt als Dösnis“ spricht. Was Scheler dagegen vorbringt, trifftnicht den Kernpunkt.