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wir uns die Kritik zu leicht machen. Einzelheiten werdenüberhaupt nur gelegentlich als Beispiele wichtig. Es gilt, diebegrifflichen Fundamente dieser Lebensphilosophie prinzipiellund systematisch zu prüfen, und zu diesem Zwecke trennen wirweiter die Seinsfragen von den Wertfragen, obwohl in der Philo-sophie unserer Tage die Scheidung nur selten konsequent durch-geführt wird. Warum sie von fundamentaler Wichtigkeit ist,wird immer deutlicher werden.
Wir beginnen mit den Seinsproblemen und fragen zunächst,ob eine allein mit biologischen Begriffen arbeitende Philosophiein dem Sinne „Philosophie“ genannt werden darf, daß sieuniversale Erkenntnis der realen Welt bedeutet.
Wird auch nur die Frage so gestellt, dann sollte man meinen,könne die Antwort nicht schwer fallen. Die Biologie beschränktsich ihrem Wesen nach auf einen Teil des Weltganzen, wosie vom „Leben“ redet. Sie muß das als Spezialwissenschaft.Sie handelt nicht vom Leben überhaupt oder von den Erleb-nissen in der Bedeutung des Wortes, daß alles in sie eingeht, wasfür uns da ist. Sie nimmt eine Verengerung des umfassendstenLebensbegriffes vor. So allein erreicht sie die Bestimmtheitihrer Begriffe, die sie als Wissenschaft nicht entbehren kann.
Unter philosophischen Gesichtspunkten ist diese Art derBestimmtheit jedoch teuer erkauft. Der Teil der Welt, auf densie sich beschränkt, wird nie etwas anderes als ein Teil werden.Innerhalb der Biologie als Spezialwissenschaft besteht darüberwohl auch kein Zweifel. Der Biologismus als Philosophie da-gegen möchte den Teil zum Ganzen machen. Setzt er damitnicht das Ganze zum Teil herab, verfährt also unphilo-sophisch, falls man unter Philosophie die universale Wissen-schaft vom Weltganzen versteht?
Mit Rücksicht auf diese Frage bedeutete die Aufzeigung desbiologistischen Prinzips schon eine Kritik. Gewiß hat dieseLebensphilosophie im Unterschied von den rein intuitiven For-men ein wissenschaftliches Prinzip. Aber gerade in ihm scheinteine unphilosophische Tendenz zu stecken. Um zu einer umfas-senden Philosophie zu kommen, werden wir uns keiner Spe-zialwissenschaft anvertrauen. Die Beschränkung auf biologischeBegriffe führt zum spezialistischen Universalismus. In dieser