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mechanischen Natur entgegengesetzt, die der Liebling des voran-gegangenen, glücklich überwundenen Zeitalters war. Von derMaterie als einem Atomkomplex unter mathematisch formulier-baren Gesetzen will man heute, wenn es sich um das „Wesen“der Natur handelt, nichts mehr wissen. Durch den Mechanismuswird alles starr und tot gemacht. Auch wo man an eine „natur-wissenschaftliche Weltanschauung“ glaubt, gilt er für abgetan.Dem lebendigen Leben, das uns umflutet, kann er nie gerechtwerden. Dabei meint man nicht nur das unräumliche oder un-ausgedehnte psychische Sein, das materialistisch aufzufassen,die Wissenschaft ja längst aufgegeben hat, sondern auch für dieunbeseelte Körperwelt, die man früher die tote nannte, wird derMechanismus jetzt als zu starr und tot abgelehnt. Sogar die ver-kappten Materialisten spielen das Organische gegen das Mecha-nische aus und reihen sich so der Zeitströmung ein. Die Begriffeder mechanischen Naturwissenschaft selbst sind in der „Energetik“in eigentümlicher Weise verlebendigt worden. Von einer lebendigenMathematik war allerdings bisher wohl noch nicht die Rede, unddiese Disziplin ist bei den meisten Vertretern der „lebendigen“Wissenschaft auch wenig beliebt. Doch lassen sich sogar hierRichtungen konstatieren, die darauf ausgehen, die Welt desMathematischen beweglicher und insofern lebendiger zu ge-stalten.
Daß unter diesen Umständen in der Wissenschaft, die vomLeben im engeren Sinne handelt, d. h. in der Biologie, derVitalismus als Neovitalismus die größten Erfolge hat, bedarfkeiner besonderen Erörterung. Antimechanische „Kräfte“ werdenals wirkende Zweckprinzipien eingeführt, und die Natur ist ent-weder teilweise oder ganz t eleolo gisch zu denken. So allein glaubtman, dem lebendigen Leben gerecht zu werden, das aus dertoten, mechanischen Materie niemals entstehen kann. Ob mandabei sachlich über Aristoteles hinaus gekommen ist, ja wie weitman dessen Gedanken auch nur erreicht hat, sei dahingestellt.Es gilt lüer nur, die Lebenszeichen der Zeit zu verstehen.
Zu diesem Zweck ist ferner darauf hinzuweisen, daß dasStreben nach Lebendigkeit auf die Naturwissenschaften nichtbeschränkt bleibt. Sowohl in der Psychologie als auch in denKulturwissenschaften, die man die Geisteswissen-