Druckschrift 
Andeutungen zur Kritik der neuesten Königlich preußischen Zoll- und Verbrauchssteuer-Gesetzgebung : nebst d. preuß. Zoll- u. Verbrauchssteuer-Tarife
Entstehung
Seite
66
Einzelbild herunterladen
 

66

andern Städten Zuckersiedereien, die der Regie ihrEntstehn verdanken, und sich auch bei dem AltpreußischenAccise-Systeme zu erhalten wussten, ohne eine besondereBegünstigung durch hohe Besteurung des auswärtigenZuckers aber nothwendig verfallen müssen; denn im ganzennördlichen Deutschland wird, aus mehreren Gründen, fürdie Zuckcrbäckerei nie ein anderer Platz die freie Kon-kurrenz Hamburgs aushalten können. Diese Behauptungnäher zu entwickeln, fordert ein tieferes Eindringen indas Wesen des großen Handels mit den einzelnen Kolonial-Produkten. Hier sey nur erwähnt, daß keine Kolonial-Waare, bei der Veredlung, einen so großen Abfall giebt,als der Rohzucker, wenn er raffinirt wird; daß mithindie Fracht des rohen Produktes den Preis des nach-herigen Fabrikates erhöht, und daß jene Bearbeitung nurda gedeiht, wo die unendlich verschiedenen Sorten desrohen Materials, mit gedeihlicher Auswahl, beständig ge-mischt und gewechselt werden können, wie solches fürjetzo nur auf dem großen Markte zu Hamburg, undsonst nirgend auf gleiche Weise im nördlichen Deutschland,der Fall ist. Es lassen sich aus der PreußischenStaats- und Domainenverwaltung aber sogar ThatsachenNachweisen, aus denen hervorgeht, daß man, nachdembereits der freie Welthandel auf dem Europäischen Konti-nente hergestellt war, in der frohen, auf die inländischeIndustrie gegründeten, Erwartung sogar daran dachte,durch die Verbreitung des Runkelrübenbaues, die Kolomal-Zuckerstoffe ganz zu verdrängen. Doch scheint manneuerlich davon zurückgekommen zu seyn.