Eine gleiche Bewandniß hat es mit der Hypochon-drie. Kommt sie einmal vor, so ist sie selten aus jeneDisposition der Untcrleibsorgane gebaut, sondern mehrpsychisch, oder ans andern eingreifenden Ursachen ent-sprossen, welche eine Jnrempcratnr der Nervenvitalitäterzeugen, der die fehlerhafte atonische Vegetation jenerOrgane alsdann meist sccnndär untergeordnet bleibt.Hypochondristen, welche in unsere Gegend kommen,oder Solchen, die eine Anlage zur Hypochondrie be-sitzen, bekommt der fortgesetzte mäßige, mitunter selbstder reichlichere Genuß des Moselweines vorzüglicherJahrgänge außerordentlich wohl, oft besser als viele,wohl ganz passende Arzncyen.
Häufiger trifft man hingegen die Hysterie und Gc-mnthskrankheitcn bcy dem weiblichen Gcschlechte an,welches sehr oft aus denselben Ursachen herzuleitcn ist,welche wir bey den Hämorrhoiden angegeben haben.
Gicht und Podagra werden in unserer Gegend sel-ten in genuiner Gestalt beobachtet. Einige Krankehabe ich jedoch daran leiden gesehen, welchen abermanchcrley unmäßige Debanchen, besonders aber zureichliche Diät im Essen und Trinken, bey Mangel auhinreichender Bewegung die Ursache dazu hergab. Ab-satz von phosphorsaurem Kalke an den Gelenken undandere Folgen starker Gichtanfälle fehlten immer bcyder gelinder wie gewöhnlich verlausenden Krankheit die-ser Individuen. Rheumatismen hingegen entstehen sehrhäufig an der Mosel.
Mit dieser Erfahrung stimmt die meiner älternCollege» genau überein. Sie widerspricht der Behaup-tung Ritters , welcher bey längerem Aufenthalte ander Mosel, besonders von den Klostergcistlichen, viele