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Der Moselwein als Getränk und Heilmittel : nebst einem Anhange über den Weinhandel an der Mosel
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Stärkung und Erholung bleibt daher der Hauptzweck,welchen der Genuß des Weines alS Getränk erfüllensoll, der aber auch hauptsächlich nur auf Gewohnheitberuht, welche im Weinlaude selbst säst unter allenVolksklasscu, auswärts aber mehr nur unter Wohlha-benden, vorzüglich unter den höhcrn Ständen verbrei-tet gefunden wird.

Ist am Abend der Magen und angränzendc Thcildes Darmkanales durch die vollkommne Verarbeitungseiner anfgcnommenen Speisen cntlcdigr, so wirkt dergenossene Wein, der keine Stoffe mehr antrifft, mitdenen er vermischt, sich länger daselbst verweilen, undin größerer Menge genossen, selbst -deren Verdauungverspäten oder gar verhindern müßte, weit kräftigerzur Erfrischung der Eingeweide, zur direkten Stärkungdes irritabcln und sensibel» Systems ein, welche umdiese Zeit, durch ihre des Tages über angestrengteFunctionen am meisten erschöpft zu scyn pflegen, unddaher den belebenden Eindruck des Weines am vortheillhastestcn aufnehmen können, indem ihre Kräfte nicht soleicht, wie zu jeder andern Zeit, wo sie noch in vollerThätigkcit sind, überspannt, sondern im Gegcnthcil derVerlust derselben auf eine sanfte und wohlthätige Weiseersetzt und ihre Erregbarkeit dadurch auf den Normal-punkt znrückgcführt wird.

Der edle Wein der Obcrmosel welchen die Naturin guten Jahren so glücklich gemischt hat, daß er seinenAlkohol, seine säuerlichen und übrigen Bestandthcile inder angenehmsten, innigsten Wcinverbindung enthält,und deshalb in ihm weder der in andern starken Weinenüberwiegende Alkoholgehalt das Nerven- und Gefäßsy-stem so leicht überreizen, noch die in schlechten Weinen