73
Morgcnstrank angegebene Weise genessen, so schadensie nicht. Im Allgemeinen laßt sich aber kühn vomMoselweine behaupten, daß man ihn reichlicher zu die-sem Zwecke verwenden könne, als alle andere Weine,welches, möge man dagegen cinwendcn was manwolle, die vielfältigsten in unsern Gegenden verkom-menden Erfahrungen bestätigen, indem nnr ganz alleinsolche, die den Wein in zu großer Menge, und dabeynoch ans Kargheit die allcrschlechtestcn Sorten überTische zu genießen pflegen, über Säure und anderedurch ihn erregten Vcrdauungsbeschwcrdcn zu klagenhaben, welches alles in andern Weingegenden z. B. amRheine, bey weitem häufiger der Fall ist.
Besondere Vorsicht erfordert der Tischgcbrauch desWeines überhaupt von Solchen, welche, im Vcrhält-niß zur animalischen Kost, zu viele und saure Vcgeta-bilicn genießen, weil diese an sich schon bey schwächer«Vcrdauungswcrkzengcn die saure Ausartung des Ma-gensaftes begünstigen, die alsdann durch den Wein nurnoch mehr vermehrt werden muß. Am meisten aber sol-len sich die Fettester vor reichlicherem Genuß des Wei-nes hüten, weil hierdurch bey deren sehr gewöhnlichherabgcstimmten Vcrdaunngskräftcn das Freywerdcn derFettsäure im Magen und in Verbindung mit demschlecht verdauten Weine jene außerordentlich widrigeund nachtheilige ranzige Verdorbenheit der Verdauungs-säste und Nahrungsmittel hervvrgcht, die man auchbcym Ausstößen, besonders des Morgens und nach derMahlzeit, durch ein kratzendes, brennendes Gefühl imSchlunde und in der Speiseröhre, wobcy manchmal ei-ne eben so schmeckende Flüssigkeit aus dem Magen inden Mund hcraufgcstoßcn wird, empfindet, und wclcbe