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Der Moselwein als Getränk und Heilmittel : nebst einem Anhange über den Weinhandel an der Mosel
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Theorie wirklich gegeben scy: Wer Geistiges bey derMahlzeit trinke, verdaue viel langsamer, d. h. schlech-ter als der, der gar nicht, oder nur eine mäßige MengeWasser trinke.

Wir stimmen Ritter nur insofern bey, als einzu reichlicher Genuß des Weines wahrend der Mahl-zeit wirtlich die von ihm angegebenen Wirkungen her-vorbringcn muß, können aber keineswegs in seine An-sicht eingchcn, nach welcher der Wein im Magen den-selben Einfluß zur Verhinderung einer Zersetzung oderFaulniß der Speisen, wie in einem Topfe ansübensoll- indem der Vorgang der Verdauung keineswegsmit dem Proceß der Fäulniß außer dem Körper ver-gleichbar ist, und die Vermischung des Weines mit denSpeisen und Verdauungssäften im Magen und Darin-kanale als Organe eines lebenden Körpers, ebenfallskeinen Vergleich mit jener außerhalb desselben erleidenkann, welche die Zersetzung der Stoffe verhindern.Setzen wir nicht täglich vielen Speisen, besonders demrohen Salate eine Menge Essig, und zwar oft noch inVerbindung mit Oel ohne besondcrn Nachthcil zu?und wie gering verhält sich gegen sie der in einemgroßen Vehikel verdünnte Antheil von Essigsäure desMoselweines?

Je gesunder und unverwöhntcr Zunge und Magensind, desto weniger bedürfen sie der Gewürze und an-derer Zuthaten zur Erhöhung des Geschmackes und An-reizung des Magens zur Verdauung. Ein mäßigerZusatz derselben wird aber bey unserer Lebensart keinenbesonder« Nachthcil hervorbringcn, besonders wenn mandesselben, wie es in allen civilisirten Ländern der Fallist, von jeher gewohnt war. Auf ähnliche Art wirkt