tränk, und die besten Acrzte aller Zeiten und aller Völ-ker stimmen darin vollkommen überein, daß er als Ge-tränk nicht unumschränkt genossen werden dürfe, ohnedie Gesundheit und das Leben der Menschen mehr oderweniger feindlich anzugrcifen, ja viele derselben wollenihn blos allein als Arzncy genossen wissen wie I. P'Frank *) und vor ihm schon Haller **), indem ersagt: mrme vinunL meclicarnentum ost, oon patus. Sounbestreitbar diese Behauptung im strengsten Sinne desWortes auch ist, so richtet man doch damit bcy Ge-sunden und sehr oft auch bey Kranken leider nicht sehrviel aus , indem jene den Arzt meistens nicht eher indiesem kitzlichcn Punkte zu Rathc zu ziehen pflegen, bissic durch krankhafte, körperliche Gefühle zu ihm hiugc-trieben werden.
k'irrua valent per se nnllumgne lVIaclraona gnerunt:2Lcl rneclicam clublus conkuAit ae^er opem.
Wie dem nun auch sei) , so findet man doch imAllgemeinen-, daß der Mißbrauch geistiger Getränke vonjeher bcy den Völkern desto mehr abgenommen hat, jehöher die Stufe der Aufklärung stand, welche sie insittlicher Bildung erstiegen hatten, wovon unser Tcutsch-land den besten Beweis kiefern mag, von welchemFrank erzählt, daß an seinen Höfen, in seinen Klö-stern und in allen öffentlichen Gesellschaften ehmals desNachmittags wenige Menschen mehr wußten, zu wel-cher Gattung von Thicrcu sie gehörten, und daß einHeld im Saufen für den Mann gehalten wurde, der
*) System der mcd. PoUzey, 3tcr Theil S. 462.
Llemenl. pb^slol. 2?. VI. p. 24ö.