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Der Moselwein als Getränk und Heilmittel : nebst einem Anhange über den Weinhandel an der Mosel
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Gähre zu verjüngen, vamit er wieder neubclebt, ver-kauft werden könne. Aber auch manche Weinhänd-ler an der Mosel verfallen in den nicht genug zu rü-genden Fehler, geringere, obgleich manchmal gute Sor-ten von Moselweinen, unter dem Namen der bessernzu verschicken, und dadurch gleichsam einen schnödenVerrath an der guten Sache zu begehen.

Ein anderer nicht minder wichtiger Grund ist inder nachthciligen Darstellung des Moselweines von vie-len Schriftstellern begründet. Mögen ihre Motive zuderselben sich freylich größtcntheils aus den eben ge-nannten Ursachen hcrleiten, so geht doch ans ibrerdürftigen und einseitigen Abfertigung des Moselweinesdem Kenner auch unverkennbar hervor, daß keiner vonihnen an der Quelle selbst sich zureichende Kenntnißund Erfahrung gesammelt habe, um nur einigermaßenals zuverlässiger Apolegete desselben auftreten zu kön-nen. Da bisber ein solcher gefehlt hat, so schrieb einOinograpd dem andern nach, und auf diese Weisewurde jede absprecbendc Meinung eben nicht in dembesten Lichte weiter verpflanzt. Selbst Ritter, indemer in seinem trefflichen Werke über den Wein *) Fol-gendes vom Moselwein sagt: «suum cuigue, in rechtguten Jahren wird an verschiedenen Orten der Mosel-nfer ein Saft gekeltert, der alles Lob verdient und derin gewissem Alter den Arzt, in therapeutischer Hinsicht,besonders der von 1811 in vielen Fällen vollkommenbefriedigen wird,« räumt zwar auf eine wahrheitlieben-de Art unserem Weine manches Recht ein, meint abergleich hernach, indem er ihm wieder mehrere schlimme

*) S. Y5.