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Der Moselwein als Getränk und Heilmittel : nebst einem Anhange über den Weinhandel an der Mosel
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schungsvcränderung eingeht, welche man das Rabm-wcrdcn heißt, welches die Haltbarkeit des Weines inhohem Grade gefährdet. Daß aber dieser aus denSchaalen, Marke und Kämmen der Trauben haupt-sächlich durch das Auskeltcrn dem Weine mitgetheilteErtractivstoss lehr wesentlich zur Haltbarkeit, folglichauch zur Gute vieler Moselweine, besonders der min-der edeln bcytrage, darüber haben vielfältige an derMosel gemachte Erfahrungen entschieden, wovon ichnur eine anfnhren will.

Ein Wcingutsbcsiger an der Mosel hatte für fünfFuder Trauben gewonnen. Um einige Fuder ganz vor-züglich zu machen, ließ er den obne starkes Keltern ab-laufcudcn Most in drey besondere Fuderfässer füllen;die übrigen zwey Fuder wurden üus dem Rückständederb hcrausgckcltcrt. Der Wein von erstcren schmeckteanfangs vortreslich, der andere stark herb und bitter.Allein was geschah? Nach Jahresfrist gicng der vor-her so angenehme Wein gewaltig zurück, blieb zwarsüß aber schwach und geistlos, der mutbmaßlich schlech-te, vorher so bittere gewann aber eine solche Stärkeund lebhafte Wcingähre, daß jener sich in keinem Be-tracht der Güte mehr mit diesem vergleichen ließ, unddeshalb nicht gut verkauft werden konnte.

Auch crgicbt cs sich aus den Erfahrungen vonGentil, daß die Gährung stärker und regelmäßigervon Statten gehe, wenn der Most mit den Kämmenvermengt war, als wenn die Trauben abgebeert wor-den , und daß man also in dieser Rücksicht die Trau-benkämme als ein vortheilhaftcs GährungSmittel inallen den Fällen ansehen könne, wo sonst eine lang-same Gährung zu befürchten wäre. Lab adle hält die