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Der Moselwein als Getränk und Heilmittel : nebst einem Anhange über den Weinhandel an der Mosel
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scl, wie überall, wo sie reifen, der beste, und über-wiegt, wo nicht an Menge, doch sicher an allen andernguten Eigenschaften bcy weitem den auf Klcinbergrcbcnerzogenen, was nicht nur durch einzelne Weinbergesondern durch die ganzer - Ortschaften, welche mehrRicßlinge pflanzen als andere, selbst benachbarte,durchaus bestätigt wird, wie wir in der Folge nochnaher, sehen werden. Der gutmüthige Ioha n nHofmann, welcher im Jahr 1654 von Giessen alsRector des Gymnasiums nach Trarbach berufen, undnachdem er dort 13 Jahre lang geblieben war, dieseStadt und ihre Umgegend ans Dankbarkeit gegen siein einem eigens dazu geschriebenen Buche*) beschriebenhatte, spricht, indem er an den Weinbau kommt, Fol-gendes von den Ricßlingcn: «Was den Saamen oderdie Art der Trauben anbetangt, welche da herum hochgehalten und den andern vorgczogen werden, so gebendie Moselbcwohner den Preist ihren Rüßlingcn, welchegar kleines Bccrgewachs haben, und wegen des lieb-lichen Geruchs und Geschmacks, der cs oftmals denMuscatellern gleich oder zuvor thut, mit gutem FugRöstling genennt werden mögen. Neben dem Nütz-ling findet sich eine andere Traubenart, Klcmmbccp(Kleinbcrgtraubc) genannt, so ein merkliches größer ist,und sehr viel Wein gicbt, dem Rüßlingwein aber an derKraft und Güte bey weitem nicht mag gleichen, wes-wegen er auch um Trarbach her, in keiner Menge ge-pflanzt wird.»

Es wäre daher sehr zu wünschen, daß der Anbauder Rießlingrcben, welcher an vielen Orten aus schad-

*) Trarbachischc Ehrensäul rc. x. 4ly Stuttgard l66y.