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Eine Bamberger Baumeisterfamilie um die Wende des 17. Jahrhunderts : Ein Beitrag zur Geschichte der Dientzenhofer
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von Bayreuth, Schwester Friedrichs des Grossen, über denBau fällte. 1

Durch den reicheren Würzburger Schlossbau in den Hinter-grund gedrängt, geriet Dientzenhofers Werk bei seiner abge-schiedenen Lage mehr und mehr in Vergessenheit, wenn auchnoch zu Ende des 18. Jahrhunderts gewissenhafte Beisendewie Nikolai 2 dem Schlosse ihren Besuch abstatteten und ihmWorte der Bewunderung widmeten. Unsere raschlebige Zeithat für das entlegene Prachtstück deutscher Baukunst wenigInteresse übrig; die Reisehandbücher sclrweigen und auch dieseitherige Kunstlitteratur hat dasselbe — eine kurze Besprech-ung des Stiegenhauses bei Dohme 3 abgerechnet — noch nichtin gebührender Weise gewürdigt.

VIII.

Die Schlösser: Kleinheubach,

Uhlstadt, Jägersburg; die Kirche in Litzendorf,die Entwürfe für Holzkirchen.

Dem Pommersfeldener Schloss in seiner ganzen Anlageverwandt, aber viel einfacher in der Durchführung gehaltenist die Residenz des Fürsten von Löwenstein-Wertheim-Rosen-berg in Kleinheubach am Main. Ueber die Baugeschichtederselben erfahren wir aus den Akten des fürstlichen Archivsin Wertheim folgendes:

Der Hauptkontrakt wurde am 11. September 1723 mitJohann Dientzenhofer abgeschlossen, welcher sich verpflichtenmusste, den umfangreichen Bau «nach den detaillirten Pläneninnerhalb drei Jahre in gänzliche Perfektion und völligen Wohn-stand zu setzen». Als Gegenleistung wurden dem Baumeisterversprochen 15 500 fl. in Geld, die in dreimaligen Raten (6000 fl.

1 Memoires de Frederique Sophie Wilhelmine. Markgrave de Bareith1735. 2. Bd. S. 236 ff. s. Gurlitt 1. c. S. 326.

2 Nicolai: Beschreibung einer Beise durch Deutschland und dieSchweiz im Jahre 1781. Berlin 1783 I. Bd. S. 94 ff.

3 D o h m e Studien zur Architekturgeschichte des 17. und 18. Jahr-hunderts. Zeitschrift für bildende Kunst Jlirgg. 1878 S. 369.