Druckschrift 
Eine Bamberger Baumeisterfamilie um die Wende des 17. Jahrhunderts : Ein Beitrag zur Geschichte der Dientzenhofer
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

Waldsassen. Die Jesuitenkirche in Bamberg.

Walldürn.

Wir haben gesehen, dass das Kloster Waldsassen 1 (Tafel 1)der Ausgangspunkt für die Bautbätigkeit der Brüder Dientzen-hofer war.

Wie aber kommen diese einfachen Maurermeister aus demsüdlichen Bayern in das entlegene Kloster des Fichtelgebirges ?Man hat zur Klärung dieser Frage darauf hingewiesen, dass die(1669 erfolgende) Neubesiedelung des seit mehr als 100 Jahrenaufgehobenen Klosters Waldsassen von dem Cistercienser-kloster Fürstenfeld-Bruck ausging, und hat angenommen,die Dientzenhofer seien, ebenso wie der im ersten Baujahre1681 genannte Maurermeister Caspar Feichtmeyer aus Bernrieddem Waldsassener Prior vom Mutterkloster geschickt worden.Diese Annahme würde an Wahrscheinlichkeit gewinnen, wennsich die Gurlitt’sche Notiz (1. c. pag. 162), dass die Neubautenin Fürstenfeld bereits 1673 in Angriff genommen wurden, alsrichtig erweisen liesse. Trautmann 2 hat aber aktenmässig fest-

1 Waldsassen, a. d. böhmischen Grenze gelegen, ist eine der ältestenNiederlassungen des Cistercienserordens in Bayern. Gegründet als Tochter-kloster von Morimond — 1133 — hatte die Abtei vermöge ihrer Lage einevermittelnde Stellung zwischen den deutschen und böhmischen Nieder-lassungen. Um 1560 wurden die Conventualen, die zum Protestantismusnicht übertraten, vertrieben. Erst nach der Schlacht bei Prag, als die Ober-pfalz an Bayern kam, wurde unter Maximilian I. 1625 der Katholizismuswieder eingeführt. (P. Binhack, Die Gründung der Cistercienserabtei Wald-sassen Programm der bgl. Studienanstalt Eichstädt 1889/90 u. Die Geschichted. Cistercienserabtei Waldsassen v. d. Wiederherstellung d. Klosters 1661.Begensburg 1888.)

2 Trautmann-Aufleger, D. kgl. Hofkirche zu Eürstenfeld. München 1893.

4