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Mchlich an Aeusserlichkeiten haften bleibend, entbehrt derBau der zwingenden, fruchtbaren Kraft des organisch Gebildeten.Er blieb darum auch ohne Nachahmung. Die gleichzeitige Bau-kunst ging auf derbere, massigere Wirkung aus. Dientzenhoferwurde auch dieser Richtung gerecht, ein Beweis dafür, dassihm die Vorliebe für die strengeren Vorbilder selbst nichtHerzenssache, sondern nur vorübergehende Manier war.
Im Dienste des Kurfürsten hatte er für Bamberg nocheinige untergeordnete Bauten auszuführen. Architektonisch botdie ehemalige Langgasskaserne, die an Stelle derheutigen Neubauten am Schönleinsplatz gestanden hatte, (er-baut 1700, eingelegt 1892/93), ein niederer schmuckloser Nutz-bau, gar nichts Bemerkenswertes, wir müssten höchstens desunschönen Brunnens im Hofe — zwei Wappen haltendeLöwen auf Voluten, darüber ein Ares (?) — Erwähnung thun.Das anschliessende Langgasserthor (1701 gebaut, 1808eingelegt) bot vermutlich einen ähnlichen Anblick wie das sog.Riegellhor, das 1697 in der Hauptwachstrasse erbaut, 1779 indie Gangolpher Vorstadt versetzt wurde. Dies letztere ist inForm eines drei geteilten Triumphbogens in derber Rustikaerrichtet. Der Schaft der flankierenden Pilaster ist durchsetztmit Rustikaquadern — ein Motiv, das seit Ammanatis Hof desPittipalastes (1568) mit Vorliebe für Portalbauten verwendetwurde. Ueber dem Gebälk erhebt sich ein Giebel als Trägerdes Schönborn’schen resp. Bamberger Wappens. Es ist wohlkaum zu bezweifeln, dass Lothar Franz dieses Werk durchseinen Hofbaumeister errichten liess. Zum Muster dienten dem-selben die Beispiele in den Werken der italienischen Theo-retiker.
IV.
Die Schlossbauten Favorite bei Mainz,Gaibach, Triesdorf.
Das Bild, das wir bisher durch die Betrachtung der WerkeJohann Leonhard Dientzenhofers von seiner Art und Richtungzu gewinnen suchten, wird unklar, wenn wir ihm mit Gurlitt