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Eine Bamberger Baumeisterfamilie um die Wende des 17. Jahrhunderts : Ein Beitrag zur Geschichte der Dientzenhofer
Entstehung
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Anlaufen der vergoldeten Teile sehr geschädigt ist. Am Spiegeldes Gewölbes prangt ein allegorisches Gemälde, 1 das in form-gewandter Manier und in heiteren Farben zur Darstellung bringt,«wie die Weisheit und das gute Gewissen über die Lastertriumphieret».

Dem grossen Marmorsaal entspricht im Erdgeschoss, derallgemeinen Regel gemäss, der nach dem Park in sieben Glas-thüren sich öffnende Gartensaal (Grotte, salla ter-rena). Die Mode verlangt es, dass die Wände hier mit allenmöglichen glänzenden Gesteinsarten wie Krystall, Marienglas,Muscheln, Tropfsteinen etc., die zu phantastischen Gebildenvereinigt sind, ausgeschmückt wurden. Reichliche Wasserkünstesorgten für Kühlung des Raumes, dessen Längswände durchzwei übereckstehende Pfeiler mit überlebensgrossen Figuren ineinen grösseren Mittel- und zwei Seitenteile zerlegt sind. DiePfeilerform hängt wohl mit dem Wölbungssystem zusammen,das in seiner Konstruktion an die Banzer Kirche erinnert. Diedekorative Ausstattung der Gewölbe gleicht ihrem Stile nachder des oberen Saales, wobei es jedoch auffällt, dass der all-gemeine Charakter des Ornaments durch Hinzufügung desgrotesk-komischen Elements und durch gröbere Ausführung 2stark ins Derbe überspielt.

Aus diesem Grottensaal gelangte man ehedem auf einebreite Terrasse, welche in der ganzen Längsausdehnungdes Schlosses (ca. 115 m) mit einer Ralustrade abgeschlossenwar und in der Mitte durch eine Treppenanlage mit demersten Parterre und seinen prächtigen Teppichbeeten in Ver-bindung stand. War hier der hohen Gartenkunst das Feldzu glänzender Entfaltung geboten, so kam die Architekturwieder zu ihrem Recht in der nun folgenden, vierfach abge-treppten Hauptfontänenanlage, 3 in deren Mitte eine Poseidon-gruppe Aufstellung gefunden hatte. Mit ihren geschwungenenRalustraden leitete sie über zum zweiten Parterre, welches imMittelfeld Teppichbeetschmuck zeigte, während sogenannte Bos-

1 Gemalt von Rottmayer von Rosenbrunn (s. näheres bei Ilg. Fischervon Erlach. Wien 1895. S. 584 ff.).

2 Durch Stuckateur Hennicke.

3 Die Reservoirs befanden sich rechts und links von den Eckpavillons.

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