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aufsteigenden Treppenbogens ihre Ausgleichung in entgegenge-setzter Schwingung in dem volutenartigen Stuckaufsatz, der ihrenFluss zur geschmeidigen S-Form ergänzt. Gleichzeitig als scheinbareStützen der obersten Treppenpostamente dienend, umsäumen dieseAufsätze den Mittelbogen, dessen Schlussstein durch ein deko-rativ drapiertes Löwenfell mit ihnen in Verbindung gesetzt ist.Zeigt sich schon in dieser Anordnung eine stark nach maleri-schen Effekten haschende Kunstweise, so tritt diese Tendenznoch mehr zutage bei den phantastischen Säulenkapitellen{Tafel 21) des ersten Stockes und den Pfeilerarkaden der oberenGallerie: pelikanähnliche Vögel dienen als Stützen der in korin-thischer Grundform gebildeten Kapitelle, während den ArkadenHermen als Träger der Kämpfer vorgesetzt sind, ein Motiv, dassowohl in der gleichzeitigen französischen 1 wie italienisch-deut-schen Kunst vielfach Verwendung fand, und namentlich in denWiener Bauten Hildebrand’s und Fischer’s von Erlach oft nach-zuweisen ist. Theatralische Pose, übertriebene Muskulatur undunruhige Gewandung lassen diese Zwittei’bildungen dekorativerKunst wenig erfreulich erscheinen. Die stark profilierten Ar-kadenbögen sind bekrönt von Kartuschen, zu deren Seiten Guir-landenhaltende Putten ihr graziöses Wesen treiben. Die überden Doppelhermen befindlichen Zwickel sind durch schlankeVasen ausgefüllt. — Allen diesen Motiven begegnet man späterin der Neumann'schen Kunst wieder, wo sie, allerdings in ele-ganterer Durchbildung, eine grosse Rolle spielen.
Die Decke, ein hohes Spiegelgewölbe, zeigt zunächst ein.ständig wiederkehrendes Dekorationselement: die gemalte Attika,als Brüstung behandelt, von der alle möglichen allegorischenund komischen Gestalten in buntem Wechsel malerisch grup-piert, in den Treppenraum hinabsehen. Dahinter baut sieh,in matten Farben gehalten, eine Idealarchitektur auf, dieallmählich in die heitere Welt der Olympier überleitet. Ge-wöhnlich liegt derartigen grösseren dekorativen Aufgaben eineGesammtidee zu Grunde; das Thema wird aber nicht eng ge-fasst; es gibt dem Maler reichlich Gelegenheit, sich in erträum-ten Sphären des Orients und der antiken Mythe zu ergehen.
1 z. B. Chäteau de Cheverny, Salle des Gtardes.