Druckschrift 
Eine Bamberger Baumeisterfamilie um die Wende des 17. Jahrhunderts : Ein Beitrag zur Geschichte der Dientzenhofer
Entstehung
Seite
173
Einzelbild herunterladen
 

173

Zwischenräume im obersten Stock zu einem empfindlichenFehler dadurch, dass die Bogenansätze bei gleicher Scheitelhöhe,aber ungleichem Radius recht unschöne Winkel zu einanderbilden.

Die Ausschmückung des Treppenhauses (Tafel 20), ist soweitsie aus echtem Material (grünlichem Sandstein) besteht, voneiner erfreulichen Feinheit und Zurückhaltung. GrösserenOrnamentschmuck zeigen nur die Balustradenpostamente; diereich gegliederten Docken des Geländers sind an Mittelteil undFussgesims mit überhängendem Blattschmuck geziert. Es liegtin der Natur des Materials, dass diese Ziermotive, in Steinausgeführt, nicht den graziös spielenden Charakter zeigen, derihnen als Stuckdekoration eignet. Die Profilierung ist an allenTeilen mit grösster Schärfe und Sorgfalt gearbeitet; charakte-ristisch erscheint, dass geradlinige Flächen mit sauberer Schar-rierung bedeckt sind; tiefe Unterschneidungen geben von dem tech-nischen Können der Steinhauer gutes Zeugnis. Eine Eigenart, diesich fast bei allen Dientzenhofer'schen Bauten nachweisen lässt,ist die Bildung der attischen Basis, über deren oberemWulst noch ein dritter kleinerer eingeschoben ist. DieSchwellung und Kannelierung sind mit feinem Form-gefühl durchgeführt. Auf den Postamenten sind alsLeuchterträger reizende Putten und köstliche Vasen 1teils mit rein ornamentalem, teils mit figürlichemSchmuck, aufgestellt. Die Auszierung der oberen Stock-werke und des Durchgangsportals ist der Stucktechnik(Tafel 19) überwiesen, die zugleich manche Härten der Architekturzu verdecken bestimmt ist. So z. B. findet die gedrückte Linie des

1 Leider ergibt sich aus den Akten nichts über deren Herkunft. Hellernennt als Bildhauer, die für Pommersfelden thätig waren, den «Joh. PeterBenckert, der sich in Berlin und Sanssouci so viel Ruhm erwarb, undSchott, von welchem wahrscheinlich die kolossalen Figuren am Haupt-eingang stammen». Es ist nur eine Vermutung, die sich auf Stilähnlichkeitgründet, wenn ich glaube, die Treppenskulpturen dem in Ebrach und Banznachzuweisenden Balthasar Estenbauer aus Würzburg zuschreiben zu können.In Würzburg hat ja auch diese liebenswürdige Gattung der Steinplastikdie beste Nachahmung in den Putten des Hofgartens (von Johann PeterWagner) gefunden. In den Akten (Mainzer Archiv) ist ausserdem (1720 10.Dzbr.) ein Bildhauer Burkhard Zamels genannt, «der einige Jahre langBildhauerarbeiten für Pommersfelden verfertigte »