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Eine Bamberger Baumeisterfamilie um die Wende des 17. Jahrhunderts : Ein Beitrag zur Geschichte der Dientzenhofer
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händenen Kontrakte 1 2 mit den Steinbrechern und Steinhauernauf den unteren Schlossbau, dessen Grundsteinlegung auf MitteMai 1711 3 4 festgesetzt war.

Erst der am 18. Juni 1711 mit dem HofzimmermeisterStephan Rheinländer geschlossene Vertrag 3 kann mit Sicher-heit auf das obere Schloss bezogen werden. In der Zwischen-zeit (März — Juni) mag also wohl der Gedanke der grossenAnlage ausgereift sein; die definitive Festlegung der Pläneerfolgte erst mit dem oben angeführten Kontrakt vom 11.September 1711.

Bald darauf, am 1. Oktober wurde unter grosser Feier-lichkeit die Grundsteinlegung in Anwesenheit desgesammten gräflichen Hauses vollzogen. 1 Der Kurfürst selbst,der als Erzkanzler des Reiches die Wahl Karls VI. zu leitenhatte, liess sich durch seinen Bamberger Statthalter Karl Sieg-mund von Aufsess vertreten.

Trotz der Schwierigkeiten der Fundamentierungsarbeiten 5schritt der Bau rasch vorwärts. Begonnen wurde bei der Ka-pelle, die unter dem Altar den Grundstein birgt. Schon 1713war der rechte Flügel unter Dach; am 27. August konnte derSchlussstein des Kapellengewölbes gesetzt werden, ein Ereignis,das «auf Anschaffung des Paters Loyson mit einem TrunkWein» gefeiert wurde; und am 24. Oktober wurde mit demStuckateur abgeschlossen. Inzwischen hatte man auch schon, den Mittelbau in Angriff genommen. Am 28. April, 1714 kannberichtet werden, dass das Gebälk im grossen Saal gelegt wird.Im weiteren Verlauf werden die Statuen und Marmelkamine

1 1710, 6. Okfc. mit d. Sassendorfer Steinbrechern. 1711, 23. Jan. mitMelchior Kurtz von Zeyl. 17ll, 5. Mai mit den Stappenbacher Steinbrechern.

2 Brief vom 8. Mai 1711. Der Kurfürst gedenkt «incognito mit einereinzigen postchese nach P. zu gehen». Aus dieser Notiz kann man, imHinblick auf die grossartige Feier bei der Grundsteinlegung zum Haupt-schlosse, folgern, dass es sich eben nur um das unansehnliche untereSchloss handelte.

3 Derselbe spricht von dem «rechten fliegel mit sambt dem Eck undden mittleren Bau biess zu der grossen haubt Stiegen Mauer und Bavillion.

4 Die für den Grundstein bestimmte Urkunde ist in Kopie noch vor-handen; die einzelnen Teilnehmer sind bei Heller, S. 60 genannt.

5 Brief Loysons von 1715, 8. März. «Die Grundgraber plagen sich mitdem harten Stein im Keller, den sie mit pulver müssen nöthen.»