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Eine Bamberger Baumeisterfamilie um die Wende des 17. Jahrhunderts : Ein Beitrag zur Geschichte der Dientzenhofer
Entstehung
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Gesimse wiederspiegelt. Auf dem Gebälk, das sich über denHermen verkröpft, erheben sich an den Schmalseiten hübscheKartuschenaufsätze als Rahmen für die Kaiserporträts. — DieVolute und die schmale Akanthusranke sind die Hauptelementeder angewandten Dekoration; ein neues Motiv, das erst imRokokoornament zu grösserer Redeutung gelangt, sind die mitGitterwerk bedeckten kleinen Flächen; auch das Rocaillenmotivdämmert bereits in geringen Ansätzen hie und da auf. — Rei-zende Putten, deren Bildung der Zeit am besten gelingt, dienenals Guirlandenhalter zur Belebung der Flächen.

Am Gewölbe, dessen Freskomalereien der Verherrlichungdes Erbauers gewidmet sind, tritt uns, vielleicht zum erstenMale in Franken, ein rein französisches Verzierungssystem ent-gegen. Es ist jenes im schwachen Relief gehaltene Ornament,das aus dem schmalen vielfach gebrochenen Bande mit Akanthus-ranken und Glocken blütenansatz besteht, wie wir es zeitlichvorgreifend schon in der Banzer Kirche (1714) kennen gelernthaben.

In besonders reizvoller und eleganter Ausführung ist esverwendet in der Innenausstattung des prächtigen Orangerie-gebäudes (Schmerber Abb. 6), das sich gegenüber der Schloss-altane auf einer ihr entsprechenden Parkterrasse erhebt.. MitDientzenhofer können diese Stückarbeiten (Tafel 32), die voneinem Meister Pozzo angefertigt sein sollen, nicht mehr inVerbindung stehen; denn sie sind wohl erst nach Vollendungdes 1730 datierten Freskoplafonds von E. Wohlhaubter oderdoch nicht viel früher begonnen worden. Dientzenhofer waraber, wie wir wissen, bereits im Juli 1726 gestorben.

Aus demselben Grunde kann auch der Bau selbst, der inseinem Giebelfeld das Wappen des Fürstabts Adolf von Dalberg(1726—37) trägt, in seiner Ausführung für D. kaum mehr inAnspruch genommen werden, wenn schon es nicht unmöglichist, dass auch von ihm Entwürfe angefertigt wurden. Die Risseallerdings, die angeblich 1718 für die Orangerie und das SchlossJohannesberg im Rheingau von ihm gefordert worden waren,'wären schon nach vier Jahren so gründlich vergessen gewesen,

1 Sclileretli, Manuskript.