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Eine Bamberger Baumeisterfamilie um die Wende des 17. Jahrhunderts : Ein Beitrag zur Geschichte der Dientzenhofer
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dass ein am 3. Mai 1722 ausgestelltes Zeugnis 1 nur von seinen1701 —1711 geleisteten Diensten zu berichten weiss. Auchscheint D. bei der Konkurrenz um den Johannesberger Schloss-bau - unterlegen zu sein. Dies alles spricht gegen die Annahme,dass man ihn späterhin wieder mit einem Bau für Fulda be-traut habe. Zudem erstand gerade um diese Zeit (1730) imAufträge des Fürstabts unter Leitung eines unbekannten Nach-ahmers von Dientzenhofer’s Bauweise in der Nähe von Fuldadas stattliche Schloss Adolfseck, so dass man wohl mit grössererWahrscheinlichkeit in jenem xkrchitekten zugleich den Erbauerdes Orangeriegebäudes sehen darf. — In der Grundrissbildungzeigt der kleine Bau die bei Gartenhäusern beliebte Disposition :einen grösseren überhöhten Saal in der Mitte, an den sichbeiderseits rechteckige Seitenräume anschliessen. Der Wirkungder reichen Aussenarchitektur (Pilaster und Arkaden) kommtheute eine prächtige Parkanlage wohl zu statten.

Auf dem Reiz einer hervorragend schönen landschaftlichenLage beruht auch die Hauptwirkung des etwa drei Stundenöstlich von Fulda gelegenen Schlosses Bieberstein. Esgehört in den Rahmen dieser Betrachtung, da es nach denPlänen Dientzenhofer’s erbaut ist, der noch kurz vor seinemWeggang (1711) die genauen Risse und Kostenanschläge aus-arbeiten musste, auf Grund deren dann mit einem Maurer-meister Joh. Kahlenberger aus Eichenzell der Kontrakt abge-schlossen wurde. 3 Als den Zeitpunkt der Vollendung gibt einChronogramm das Jahr 1714 an. 1 Das Schloss erhebt sich inquadratischer Grundform auf einer Anhöhe, die nach einerSeite ziemlich rasch abfällt, so dass für den zweistöckigenIJauplbau zum Teil mächtige Unterbauten nötig waren. DasHauptthor führt von einer Terrasse in den viereckigen Hof,von dem aus drei weitere einfache Thüren die Verbindung mit

> S. Sclileretli, S. 165.

2 Buchonia 6. Bd. 2. Hft. S. 30. Schlereth, der Johannesberg im Rhein-gau. Dort werden genannt: der Baumeister Itosini aus Sachsen und dieMainzer Architekten Gallasini und Hörwarth; letzterem wurde das Bau-wesen übertragen.

3 Buchonia 2. Bd. 2. Hft. S. 125. Schlereth, das Schloss Bieberstein.

4 Danach ist die von Heller angegebene Bauzeit 1719—23 zu ver-bessern.