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Decken des in kleinere Zimmer aufgeteilten Raumes vorhandensein soll, lag im zweiten Stock.
Die Aussenarchitektur ist einfach : die schmucklosen Wändezeigen neben der üblichen Horizontalteilung stark profilierteFenstergewände; in der Mitte bezeichnet ein schwach vorsprin-gendes Giebelrisalit mit Balkonausbau die Stelle des Hauptein-gangs. Nur im inneren Hofe gelangt die Architektur zu reichererWirkung, indem die beiden Seitenflügel durch Pilasterstellun-gen gegliedert sind und je ein fünfachsiges Mittelstück umfassen,das sich im Erdgeschoss ähnlich wie beim PommersfeldenerSchloss in Arkaden öffnet. Von allgemeinerem Interesse istnur der sog. Kaisersaal (Tafel 16) im Erdgeschoss des Gar-tenflügels, ein niedriger, tonnengewölbter Raum, der mit reich-ster Stuckdekoration ausgestattet ist. Wie weit Dientzenhoferan dieser letzteren beteiligt ist, lässt sich mit Sicherheit nichtnachweisen ; aber es scheint fast, als ob er hier bloss das archi-tektonische Gerüst geliefert habe (vergl. S. 147, Anm. 1 a. E.); denndie Verwandtschaft mit den Pommersfeldener Treppenhaus-stuckaturen lässt vermuten, dass wir es hier mit denselbenMeistern — Schenk und Hennicke — zu thun haben. Vondiesen werden wir aber hören, dass sie die Entwürfe selbstän-dig geschaffen und dem leitenden Raumeister nur zur Begut-achtung vorgelegt haben. Seiner Bestimmung als Gartensaalgemäss öffnet sich der Raum in fünf Rundbogenthüren nachder Terrasse; hierdurch ist auch die Einteilung für die anderenWände gegeben, an welchen runde Nischen den Thtiren ent-sprechen. Den Wandpfeilern sind als Träger der gurtähnlichenAusläufer des Tonnengewölbes gepaarte Hermen in karyatiden-artiger Verwendung vorgelagert. Die Bildung des Figürlichen 1ist hiebei in scharfen, unruhigen Formen durchgeführt, derengesuchte Eleganz sich auch in den spitzen Profilierungen der
1 Es sei liier zum Belege für die weitere Verbreitung dieser Dekora-tionsweise auf das Bronnbaclier Refektorium liingewiesen, das ganz ähn-liche Stückarbeiten zeigt (vergl. Oechelhänser, die Kunstdenkmaler desBezirks Wertheim. Freibg. 1886. Tafel IX). Erbaut 1722—25 durch einenBaumeister Onymus, der zugleich den neuen Conventbau aufführte, wurdedasselbe durch den Stuckateur Franz Joseph Roth aus Mergenthal undden Maler Remela künstlerisch ausgestattet (Bronnbacher Akten im fürstl.Löwenstein-Wertheim-Rosenberg’schen Archiv).