lieh. Die Malerei 1 2 kommt nur wenig zum Wort; nach römischemVorbild (Sant’ Andrea della valle) sind in den vier Kuppel-zwickeln die vier Evangelisten mit ihren Symbolen dargestellt.
Das Mittelschiff erscheint (ähnlich wie in Banz) durch denriesigen Hochaltaraufbauvöllig abgeschlossen von dem lang-gestreckten Chor, welcher in seinen Grössenverhältnissen dergeräumigen, in Kreuzform erbauten Krypta (mit dem Grab deshl. Bonifazius) entspricht. Die beiden westlichen Querarme(heute Sakristei und Marienkapelle), die auf dem Gurlitt’schenGrundriss dem Dom organisch eingefügt erscheinen, sind inWirklichkeit der Kirche nur lose angegliedert; es sind eigent-lich Teile des anstossenden Convents, wie sich aus der ehe-maligen Bestimmung des einen, des nördlichen Raumes, alsKapitelhaus 3 erkennen lässt.
Seiner zeitlichen Entstehung nach muss der Dom der alsBarock bezeichneten Baurichtung zugezählt werden. Wenn nunauch die Formensprache des Aeusseren diese Bezeichnung recht-fertigt, so ist man doch vielmehr geneigt, das kräftige, strengeGefüge der Innenbildung der Spätrennaissance zuzuweisen, ob-wohl auch hier manche Details (wie Kartuschen, Pfeilerglie-derung, die riesigen Statuen) einem durchaus barocken Kunst-empfinden entsprungen sind. Vielleicht lässt sich hierin einNachwirken der etwa gleichzeitigen reaktionären römischenRichtung eines Carlo Fontana erblicken ; bei Dientzenhofer warsie allerdings nur von vorübergehender Bedeutung; in allenseinen anderen Kirchenbauten (voran Banz), zeigt er sich derextrem barocken Tendenz viel näher stehend.
Ueber des Baumeisters sonstigeThätigkeit für F u 1 d aberichtet eine von 1711 oder 1712 datierende Abrechnung der
1 Die Fresken sind von einem Italiener Columba ausgeführt (BuchoniaII, S. 172), einem nur mittelmässig begabten Künstler, welcher den seinenSchöpfungen mangelnden inneren Wert durch möglichst komplizierteZeichnung zu ersetzen sucht. Seine Thätigkeit lässt sich ausserdem inSchönthal nacliweisen.
2 In dem Grundriss bei Gurlitt S. 332 ist seine Lage unrichtig ange-geben; der Altar befindet sich im ersten Joch nach dem Vierungsraum.
3 Der Baumeister muss sieh verpflichten, «die vermeinte Sakristeyund Capitelhaus weiter ahn die Kirchen anzubauen». (Uebersclilag von1700.)