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tief aufsitzen und sucht sie nur durch eine steilere Wölbungs-linie für das Auge zu heben.
Gegenüber dieser Befangenheit im Aeusseren ist die Innen-wirkung (Taf. 15) eine wahrhaft grosse, edle. Die Lichtführungist in feinster Weise nuanciert; im tonnengewölbten Langhaus,das durch seine Stichkappenfenster erhellt wird, ist das Lichtum einen Grad gedämpft, um einen Gegensatz zum Kuppelraummit seiner strahlenden Lichtfülle zu gewinnen. 1
Die Grundrissbildung zeigt ausgesprochene Kreuzesform;die Seitenschiffe, auch jenseits des Querschiffes fortgeführt,sind wechselweise in quadratische Kapellen und oblonge Durch-gangsräume zerlegt, ein System, das theoretisch als Weiter-bildung von Scamozzi’s Grundriss zum Salzburger Dom 2 auf-gefasst werden könnte. Während dort noch die zur Aufnahmeder Gewölbegurten bestimmten Pfeiler, paarweise gekuppelt,dem festen Kern geschlossen vorgelegt sind, öffnet D. die ver-bindende Mauerfläche in einem Durchgang, der in Höhe derArkadenkämpfer mit einem Architrav abschliesst ; die überdemselben befindliche Fläche beleben Statuennischen. Durchdiese abwechslungsreiche, triumphbogenartige Nebeneinander-reihung von grösseren und kleineren Oeffnungen ist für dasLanghaus ein frischer Rythmus geschaffen, der, in dreimaligenSenkungen und zweimaligen Hebungen in sich geschlossen,eines sichtbaren Ausgangs- und Endpunktes bedurfte. Auf dieseWeise erklärt sich die Beifügung der vier flankierenden Halb-säulen an den Ecken, eine an sich unscheinbare Anordnung,durch die aber doch deutlich die Zusammenfassung der beidenSysteme des Hauptschiffs zu einem einheitlichen Ganzen aus-gesprochen ist. Noch klarer ist dieses Bestreben an der be-wegten Linie des Konsolengesimses wahrzunehmen.
Die Ausstattung des Innenraumes ist von der reicherenStuckverzierung der Seitenkapellen abgesehen eine einfache,vornehme; die architektonischen Details (Stuck) sind scharf undkorrekt gezeichnet, die figürlichen Zwickelfüllungen unaufdring-
1 Zum Beleg für diese abweichende Ansicht [s. Gturlitt-(Schneider),S. 333] weise ich auf die Photographie hin, welche die Lichtwerte vieldeutlicher ahgrenzt als das menschliche Auge.
2 Vergl. Gurlitt, Barockstil in Italien, S. 301.
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