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Eine Bamberger Baumeisterfamilie um die Wende des 17. Jahrhunderts : Ein Beitrag zur Geschichte der Dientzenhofer
Entstehung
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Türme. Jedermann wird die Empfindung haben, dass durch siedie Breite des Mittelschiffs ausgesprochen werden soll, unddeshalb auch nicht über das Gefühl, dass Mittel- und Seiten-schiffe in unschönem Verhältnis zu einander stehen, hinweg-kommen. Auch die Anfügung der beiden niederen Verbindungs-teile, welche die seitlichen Eingangsportale bergen, vermaghiebei keinen Ausgleich zu schaffen. Ohne in organischemZusammenhang mit dem Hauptbau zu stehen, haben sie ledig-lich die Funktion, zu den gleichfalls nur lose angereihtenKapellenbauten überzuleiten. So wird sich denn trotz allergegenteiligen Bemühungen (cf. Hoffmann S. 12) die Bezeichnungder Faijade als Scheinarchitektur nicht vermeiden lassen.

Im einzelnen ist der Baumeister geselzmässig zu Werkegegangen. Die dorische Ordnung des unteren Geschosses istrings um den Bau geführt: das Obergeschoss zeigt die schwerenKompositkapitelle, die für den jüngeren Dientzenhofer charak-teristisch sind (vergl. Banz, Ponnnersfelden, Concordia); dieAnordnung der Statuennischen 1 hat Aehnliehkeit mit derjenigenan den früher betrachteten Kirchen, wie ja auch der Aufbauder Fac’ade im allgemeinen das bereits besprochene Schemabefolgt.

Von verschiedenen Seiten (Schlereth, Schmerber) wird aufeine «frappierende Aehnliehkeit» hingewiesen, die zwischenFuldaer Dom und der Kirche des Stiftes Haug in Würzburgbestehen soll. Von der gleichen Turmgliederung abgesehen,vermag ich diese Uebereinstimmung nur in untergeordnetenDetails zu erkennen, wie sie ganz ähnlich auch an den Bam-berger Kirchen (z. B. St. Martin) nachweisbar sind und derganzen gleichzeitigen Baurichtung eignen. Der Uebelstand, dassdie steilen Dächer der Schiffe tief in die Säulenordnung desKuppel-Tambours einschneiden, ist beiden gemeinsam; aberwährend Petrini denselben durch Einschiebung eines attika-artigen Zwischengeschosses zu verdecken weiss und damit zueiner viel freieren Wirkung gelangt, lässt D. die Kuppel zu

1 Die Statuen sind wollt von demselben Meister, der auch das grosseWappen über dem Hauptportal fertigte; von Balthasar E(r)stenbauer ausWürzburg.