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Eine Bamberger Baumeisterfamilie um die Wende des 17. Jahrhunderts : Ein Beitrag zur Geschichte der Dientzenhofer
Entstehung
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der erst 1699 in Florenz geboren worden war, nicht in Be-tracht kommen kann. Aber auch dem Gerüchte, dass CarloFontana den Dom-Grundriss entworfen habe, 1 lässt sich mitBestimmtheit zu Gunsten Dientzenhofers entgegentreten.

Denn abgesehen davon, dass der Riss in der erwähntenBürgschaftsurkunde Johann Leonhards ausdrücklich als von ihm(Joh.) gefertigt bezeichnet wird, spricht zunächst die Thatsachegegen die Urheberschaft Fontana’s, dass man die Pläne nichtohne weiteres zu genehmigen wagte, sondern sie zur Begut-achtung an den Propst von Thulba sandte, damit er seinesBaumeisters Meinung darüber befrage ; ,ja man liess diesemFranziskaner-Baumeister sogar anbieten, «ob er nicht den Bauzu führen, selbst übernehmen wolle, dergestalt, dass ihm einanderer Baumeister zugegeben würde, so der Sache wohlkundig». 2 Est ist doch ziemlich unwahrscheinlich, dass manPläne eines berühmten römischen Architekten einem obskurenKlosterbaumeister zur Beurteilung vorgelegt hätte, eher hätteman sich auf den italienischen Ursprung des Planes etwas zu-gute gethan. — Auch die Darstellung, als habe sich D. vonFontana die Pläne anfertigen lassen, ist zurückzuweisen.Dientzenhofer’s Bauherr, der Abt Adalbert von Schleifras warausserordentlich schwer zu befriedigen; immer wieder musstendie vorgelegten Pläne abgeändert werden; nicht weniger alsvier verschiedene Konzepte und sechs Kostenberechnungenwerden in einer Punktation vom 5. Februar 1705 genannt.Dieses wiederholte Umändern, Wiederaufnehmen und Fallen-lassen gewisser Baugedanken zeigt im Hinblick auf die schwie-rigen damaligen Verkehrsverhältnisse am besten, «dass D. ohneBeihilfe eines römischen Architekten und aus sich selbst dieerforderlichen Pläne geschaffen hat» (Hoffmann p. 10). In Kon-kurrenz mit D. schufen Risse und Modell ein «Thannischer»Architekt 3 und, nach Schlereth, ein Baumeister aus Hammelburg.

1 Gurlitt, Barock in Italien. S. 438.

2 Brief vom 18. Juli 1701.

3 Schlereth u. Schmerber wollen in ihm den in der Punktation vom5. September 1701 mit unterschriebenen Johann Mützell erkennen. 51. E.war derselbe, aber nicht Konkurrent des D., sondern Vertreter des Fürst-abts, da er die «bis zu Ausfertigung- eines formalen Dingbriefes» gültigePunktation als Gegenkontrahent unterschreibt.