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Eine Bamberger Baumeisterfamilie um die Wende des 17. Jahrhunderts : Ein Beitrag zur Geschichte der Dientzenhofer
Entstehung
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Die Uebertragung der Bamberger Bauweise nach der Rhön-stadt hängt wohl mit der Berufung eines Bamberger Bau-meisters, des Johann Dientzenhofer, zusammen, dem, wieerwähnt, am 4. September 1700 das Amt des fürstlichen Stifts-baumeisters übertragen -wurde. Nicht, dass ihm alle die bedeu-tenderen Gebäude jener Zeit zugewiesen werden sollten oderkönnten: D.’s Bedeutung für Fulda liegt darin, dass er alsmassgebender Architekt am Anfang einer mächtig aufstrebendenBaubewegung berufen, die neue Richtung eingeleitet hat. Dievon ihm eingeführte Bauweise erhielt sich dann, einmal alszweckdienend befunden, nicht nur während seiner 10jährigenFuldaer Thätigkeit, sondern auch nach seinem Weggang in denzahlreichen Bauten seiner Fuldaer Berufsgenossen.

Es liegt nicht klar, wie es kam, dass man den in selb-ständiger Thätigkeit noch nicht erprobten Meister zu der ver-antwortungsvollen Aufgabe des Dombaues heranzog, und mankann nur vermuten, dass er diese Bevorzugung der Vermitte-lung seines Bruders, des vielbegehrten Bamberger Hofbaumeistersverdankte. Eine nicht geringe Empfehlung mochte für ihn auchdie Thatsache seiner italienischen Reise gewesen sein: einemManne, der die Wunder des Apenninenlandes selbst gesehenhatte, konnte man von vorneherein ausgebildetere FähigkeitenZutrauen. Allerdings wmrde gerade dieser Umstand von seinenNeidern auch im gegenteiligen Sinne ausgebeutet. Nicht Dientzen-hofer, sondern einer der grossen römischen Meister, mit denener persönlich in Berührung gekommen sein mochte, habe, sosagt noch heute die Tradition, die Pläne für den Fuldaer Domgeschaffen. Es ergibt sich aus zeitlichen Gründen von selbst,dass der an erster Stelle genannte Ferdinand Fug a, 1

Litteratur: Sclileretli: der Dom und die vorigen Hauptkirchen inFulda. 1826. (Manuskript in der Landesbibliothek in Fulda.) — Ein Aus-zug hieraus: in Buchonia, Zeitschr. herausg. von Schneider I. Bd. 2. H.1826, II- Bd. 1. H. 1827. — Der Dom in Fulda, 2. Ausg. Fulda 1855. —Lange, Baudenkmäler und Altertümer Fuldas. Fulda 1847. — H off-mann, (Geh. Baurati der frühere und jetzige Dom zu Fulda. (Vortraggehalten im Fuldaer Geschichtsverein 190U.)

Quellen : Die Dombauakten.

Es sei mir an dieser Stelle gestattet, Herrn Prof. Leimbach in Fuldafür seine freundliche Beihilfe bestens zu danken.

i Gurlitt, 1. c. S. 334.