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Eine Bamberger Baumeisterfamilie um die Wende des 17. Jahrhunderts : Ein Beitrag zur Geschichte der Dientzenhofer
Entstehung
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neuen Stils vorzublenden. Eine einheitliche Verbindung zweierso heterogener Bauglieder zu erreichen, schien von Anfang anunmöglich: ohne weiteren Versuch eines Ausgleichs ist dennauch das Fapadenschema ganz unvermittelt, d. h. ohne Rück-sicht auf seine tektonische Funktion, vor den Kernbau ge-stellt und so leider die Wirkung des an sich in schönen Ver-hältnissen komponierten Bauteils stark beeinträchtigt. BesondereOriginalität ist demselben nicht eigen; es liegt ein ganz ähn-liches Einteilungsprinzip zu Grunde, wie es bei den ungefährgleichzeitigen Bauten in Waldsassen (die Fapade von BernhardSchiesser von 1697 an) und in St. Martin in Bamberg (1690)befolgt worden war; nur in der reicheren Detailausschmückungzeigt sich der bauliche Fortschritt.

Charakteristisch erscheint für die Fapadenbildung der Zeitder über dem Hauptportal stark in das Stylobat des Ober-geschosses einspringende Segmentgiebel, der auf gepaartenSäulen oder Pilastern ruht und mit denselben gewissermassendas konstruktive Grundgerüst bildet, auf welchem sich dieFapade weiter aufbaut. In gleicher Breite erhebt sich überdiesem Portalgiebel, in dem sich der Gedanke des Entlastungs-bogens in etwas aufdringlicher Weise ausspricht, der Mittel-bau des Obergeschosses; folgerichtig erscheinen dann dierückspringenden Seitenwände, die durch Pilaster und Sta-tuennischen oder Fenster belebt sind, als Widerlager diesesBogens.

Dientzenhofer hat bei der Michaelskirche diesen konstruk-tiven Gedanken aufgegeben, indem er den Bogen schmäler bil-det und auf eigenen, dem Mittelbau Vorgesetzten Säulen ruhenlässt. Das Motiv ist zu einem reinen Dekorationselement ge-worden, wobei der durch das Vortreten der Säulen einmal ein-geleitete Rythmus sich in dreimaliger Abstufung der Mauerflächeauch über die Seitenwände fortsetzt. Im Oberbau ist durchdie drei Statuennischen eine reichere Gliederung erzielt; denprimitiven seitlichen Abschluss durch gedrückte Volute mitPinienzapfenaufsatz, Obelisk und Kugelpostament werden wirin ganz ähnlicher Weise in Fulda wiederfinden.

Die Inneneinrichtung der Kirche wurde bereits unter demNachfolger des Abtes Christoph, unter Abt Anselm (1725—45)