das Dach 1 zu bringen». Anfang 1714 war der Bau schon soweit gefördert, dass man mit dem Stuckateur Vogel einenVertrag, 2 betreffend die Ausstattung des Kirchenchores ab-schliessen konnte, dem am 27. August 1714 ein zweiter betr.die Stuckierung des Langhauses folgte. Der «Herr Baumeister»,nach dessen Angabe alle diese Innenarbeiten vorgenommenwurden, ist, wie aus einem Kontrakt mit dem WürzburgerHofbildhauer Estenbauer 3 erhellt, der genannte Johann Dientzen-hofer, mit dem am 22. März 1715 ein neuer Kontrakt wegenErweiterung der Kirchensepultur und Erbauung eines neuenAbteiportals abgeschlossen wurde. 4
Diese Dekorationsarbeiten zogen sich noch über vier Jahrehin; erst am 15. Oktober 1719 konnte die Kirche ihrer Be-stimmung übergeben werden. Ein letzter Kontrakt mit Joh.Dientzenhofer vom 16. Juli 1716 bezieht sich auf die vordereTerrasse und ihren Abschluss durch das Thor neben derKirchenfacjade und einige nebensächliche Arbeiten.
Man ist versucht anzunehmen, dass der einzige baulichausgezeichnete Teil der umfangreichen Klostergebäude, derPortalbau der Abtei auf den Kontrakt vom 22. März 1715zurückgehe. Stilistische Neuerungen : das Auftreten der aus-gebildeten Rokokoformen in den Kapitellen der Pilaster undden Giebelfeldern und die Uebereinstimmung derselben mit denam untern Portalbau und den Eckpavillons angewandten For-men, verweisen jedoch in die dritte Bauperiode, in welchernach Neumanns Plänen die ehemaligen Wirtschaftsgebäude durchdie jetzige rechteckige untere Hofanlage ersetzt wurden.
Der einzige urkundliche Beleg für BalthasarNeumannsThätigkeit in Banz ist der bereits beigezogene Originalplan,
1 «Der Dachstuhl der neuen Kirchen und Chorthürnlein ohne die zweigrosse thürn» wird am 11. April 1713 dem bamberger ZimmermeisterWolf Gruber um 550 fl. verdungen (16 fl. Verehrungsgeld).
2 1714, 16. Febr. 400 fl. 12. spec. Thaler.
3 1714, 27. Sept. betr. Verfertigung von zwei Altären: für beide d. i.1. für den hintern Choraltar, nach dem v. h. Baumeister DienzenhofferapprobirtenRiess, 2. für dasModell zum vordem hohen Altar, erhält er 1060 fl.
4 Dem Wertobjekt von 800 fr. nach zu schliessen nur eine unter-geordnete bauliche Veränderung; es handelt sich um die unter demKirchenschiff gelegene Krypta.