zwischen beide neu aufgebaute Flügel auf selbige Mauern imSchlossgarten gemacht worden» dem genannten Meister 112 fl.bezahlt. In dasselbe Jahr fällt die Errichtung der neuen Ka-pelle, welche am 4. Mai 1701 geweiht wird. Für die grossenWinterungen und den Saal am Ende des Parks, die wohl mitdem «aufzumauernden Geubacher neuen Gartenbau» identischwaren, werden 7. Januar 1700 1382 fl. verdungen.
Ueber alle diese Arbeiten hat die Oberaufsicht JohannLeonhard Dientzenhofer geführt, dem man auch wohl die An-fertigung der Pläne zuschreiben kann. Seine Anwesenheit inGaibach ist wiederholt nachzuweisen; am 6. August 1698z. B. berichtet der Statthalter, dass D. «gestern anerst vonGeibach zurückgelanget sei». Ferner ist der «Bamberger Bau-meister», dem 1706 in Gaibach nach geding 8 fl. als presenteausbezahlt werden, bei Anlegung der neuen Hauptstiege mitseinem Knechte vom 11.—14. August 1705 dort anwesend.Zum letzten Male befindet er sich «wegen Besichtigung derHauptstiegen und zugleich wegen Ausmessung des Platzes zumThor» am 29. April 1707 im Schlosse.
Das erwähnte Thor befand sich diesseits des Grabens,zwischen den beiden im Halbrund erbauten Wachthäuslein(1706/7; 198 fl. 2 tt 17 bz.) und wurde 1707/8 vom MeisterMartin um 200 11. errichtet. Mit einer Ausgabe von 255 fl. fürdas «mittlere Portal in und aussern Hof» (1709/10) waren dieNeubauten abgeschlossen. Von den ehemaligen Stückarbeiten 1 2scheint nichts mehr erhalten zu sein ; auch die Inneneinrichtungwurde zu Anfang des 19. Jahrhunderts vollständig nach dama-liger Mode erneuert, wobei auch in der Zimmereinteilungeinige Veränderungen vorgenommen wurden. 3 Damals hat
1 S. ferner Schreiben vom 17. Sept. 1701. Bamberg. Residenzakten.
2 Sie waren angefertigt von dem Stuckateur Mattheus Paniza ausAschaffenburg 1697/8, später 1707 kommt ein Stuckateur aus Bamberg(vielleicht Vogel?), Die gleichfalls verschwundenen Fresken waren vondem Bamberger Hans Georg Bogner (1696) und dem Italiener LazaroMaria Sanguinetti gemalt, welch letzterer um 1700 in Bonn nachzuweisenist. Vergl. Renard, Die Bauten der Kurfürsten Jos. Clemens und Clem.August. Bonner Jahrbücher 99 und 100, S. 181.
3 Eine Beschreibung der jetzigen Einrichtung findet sich bei Schleiss,Das Ludwigsbad bei Wipfeld, Würzburg 1829.