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Eine Bamberger Baumeisterfamilie um die Wende des 17. Jahrhunderts : Ein Beitrag zur Geschichte der Dientzenhofer
Entstehung
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man auch die an das Ebracher System erinnernde Aussen-architektur des rückwärtigen Hofes abgeschlagen, so dass dieheutige Anlage äusserlich gar nichts bemerkenswertes mehrbietet.

Interessant als erster Versuch ist die Ausgestaltung desTreppenhauses als eines freien Raumes, in dessenMitte die Treppe in anfangs geteilten Läufen, die sich im oberen,rückleitenden Teil wieder vereinigen, bis zur Höhe des erstenStocks emporsteigt; ringsum ist ein schmaler Gang geführt. DieTreppe dient nur der Kommunikation mit den dahinter befind-lichen Haupträumen, «den Kayserzimmern» 1 und dem Saal.Bei aller Unscheinbarkeit der Ausstattung ist dieser Raum 2 dochnicht bedeutungslos, da in ihm jener fruchtbare Gedanke imKeime enthalten ist, der bald darauf im Pommersfeldener undWürzburger Schloss zu höchster Entfaltung gelangen sollte. JohannLeonhard Dientzenhofer kam auch hier nicht über die ersten An-regungen hinaus; ihre künstlerische Ausgestaltung war erstseinen Nachfolgern beschieden.

Vollends handwerksmässige Ausführung zeigt endlich dasunserm Baumeister zugeschriebene ehemalig markgräflicheSchloss Triesdorf 3 bei Ansbach. In Betracht kommt dasäusserlich höchst unansehnliche, in der ersten Hälfte unseresJahrhunderts als Kaserne verwendete Gebäude, das jetzt alsLagerraum landwirtschaftlichen Zwecken dient. Zu einiger Be-deutung erheben sich nur die noch gut erhaltenen Stuckdeckendes ersten Stockes und des rechtwinkelig in den Hof einsprin-genden Stiegenhauses. Die schweren Verzierungsmotive derBamberger Stuckateure (stark profiliertes Rahmenwerk undfleischige Akanlhusranke) mögen in Verbindung mit (jetzt ver-schwundenen) Freskomalereien den Innenräumen ehedem dasAnsehen einer gediegenen Pracht verliehen haben. Die Thür-einfassungen zeigen die charakteristische Umrahmung mit den

1 So bezeichnet in einem Inventar von 1755 im Wiesentheider Archiv.

2 Der Coburger Bildhauer Gabriel Schmidt fertigt für 157 fl. «Sphinxund 2 Urnen in die hauptstieg» (1708/9).

3 Die archivalischen Nachforschungen über diesen Bau in den kgl.Kreisarchiven zu Nürnberg und Bamberg sowie im kgl. Hausarchiv inCharlottenburg blieben ohne Erfolg.