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störungswut französischer Truppen zum Opfer. Schloss undPark sind verschwunden und, ihrer künstlichen Fesseln ledig,atmet die Natur wieder freies Leben.
Glimpflicher verfuhr das Schicksal mit dem Gräflich Schön-born’schen Schloss Gaibach (Taf. 13) bei Volkach in Unter-franken. Zwar haben auch hier Boskett und Wasserkünste mitall ihrem Pomp einem grossen Park englischen Stils weichenmüssen; aber das Schloss ist in seinen wesentlichen Teilennoch erhalten. So wie es heute steht, bietet es allerdings nurnoch einen schwachen Abglanz des ursprünglichen stattlichenAnsehens. Der tiefe Wassergraben ist eingefüllt, sodass diemächtigen Unterbauten nicht mehr sichtbar sind; auch die vierBastionen sind zum grössten Teil eingelegt und die architek-tonisch reichere Ausstattung der rückwärtigen Flügel durchnüchterne, glatte, getünchte Wände ersetzt.
Trotzdem zeigt die Anlage in ihrem Kern noch deutlich denalten Typus des Wasserschlosses mit den um einen quadra-tischen Hof gelagerten vier Flügeln, deren Ecken an der Front-seite mit Bundtürmen ausgestattet sind. An diesen wohl nochder ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts entstammenden Haupt-bau 1 wurden unter Kurfürst Lothar Franz, der alljährlich einigeWochen in Gaibach residierte, die beiden rückwärtigen Garten-flügel angebaut. So unbedeutend an sich dieser Neubau ist, ergewinnt dadurch an Interesse, dass auch an ihm die Fortbildungder Schlossanlage vom quadratischen Typus zur Hufeisenformzu beobachten ist.
Die Neubauten 2 beginnen 1694 mit einer «Renovierungdes Geubacher Schlosses»; 1695/6 wird die neue Brücke samtzugehöriger palustraden in gnädigster Herrschaft Garten durchden Steinhauer Martin Albert von Ottershausen um 240 fl.hergestellt. 1696/7 wird «der erste Gartentlügel am Schloss er-baut (848 fl.), dem 1697/8 der andere Flügel folgt. (930 fl.)1698/9 werden für 86 Stück Balustraden und Postamente «so
1 Die bis in die 50er Jahre des 17. Jahrhunderts in geschlossenerReihe zurückreichenden Gaibacher Reehnungsbüeher der WiesentheiderRepositur geben über den Hauptbau keinen Aufschluss.
2 Die folgenden Daten sind den Gaibacher Rechnungsbüchern derWiesentheider Repositur entnommen.
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