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Eine Bamberger Baumeisterfamilie um die Wende des 17. Jahrhunderts : Ein Beitrag zur Geschichte der Dientzenhofer
Entstehung
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eigentümliche Gestaltung dieser Zahnsteine nicht genügend be-achtet worden zu sein. Man hat übersehen, dass dieselben nurin den beiden unteren Geschossen in schiefem Winkel vor-springen, während sie im zweiten Stock in der Richtung der Mauer-linie verlaufen. Die Richtungslinie der ersteren weist nun ge-nau auf die gegenüberliegende Ecke der ehemaligen Katha-rinenkapelle, über welcher sich ein Erkergeschmückter Turm-bau, die hohe Warte, erhob; und die Untersuchung an Ort undStelle ergab, dass sich im ersten Stock der beiden gegenüber-liegenden Gebäudeteile ehedem Thüren befanden, deren Um-rahmung und Stufen sowohl in der Residenz, (wo sie jetzt ineinen Wandschrank umgewandelt ist), als auch im Kapellen-raum an der Innenseite noch zu erkennen sind.

Dies alles weist mit ziemlicher Gewissheit darauf hin, dassman hier einen Verbindungsgang, der vielleicht voneinem Rogen getragen werden sollte, geplant hatte. Der Ge-danke liegt nahe, dass man diesen Rogen durch einen thor-artigen Unterbau zugleich zum Abschluss des Platzes und da-durch zur Maskierung der einförmigen schmucklosen Mauer-seite des Flügels C. verwenden wollte. Das gerade Verlaufender oberen Rüststeine erklärt sich am besten damit, dass manden Verbindungsbau nur durch zwei Stockwerke durchführenwollte, während man vermutlich oben ein gerade verlaufendesAbschlussstück anzubringen gedachte. Keinesfalls aber war derAbschluss im Oberstock zu bewerkstelligen, so lange nicht derUnterbau fertig war.

Dieser Erklärungsversuch beruht auf historischer Grund-lage. Auf dem Zweidler'schen Grundriss 1 findet sich nämlichein solcher Gang zwischen der neuen Hofhaltung und der Ka-pelle eingezeichnet, welch letztere ausserdem durch die in-zwischen abgebrochenen Rückgebäude in direkter Verbindungmit dem Hauptbau der alten Hofhaltung stand (vergl. das Oel-gemälde 2 des A. R. Lichteisen vom Jahre 1750 in der Residenz),überdies wird durch den Bogen, der auf jenem Bilde von der

1 Die Kopie dieses Stichs bei Merian, Topographia Franconiae istungenau; der Gang fehlt auf dem Blatt.

2 Abgebildet bei v. Schrottenberg a. a. 0.