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Eine Bamberger Baumeisterfamilie um die Wende des 17. Jahrhunderts : Ein Beitrag zur Geschichte der Dientzenhofer
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sattel ausgeführt wurde, gibt uns der erhaltene Zweidler’scheKupferstich vom Jahre 1002 (Abb. 13) ein ziemlich deutlichesBild; es war ein schmuckloser Fachwerkbau, dessen Fatjademit zwei Erkern ausgestattet war; im Osten war er an einenTurm angebaut, die Rückflügel um einen viereckigen Hof an-gelegt Die verschiedenen kleineren, nach Nordwesten sich an-schliessenden Gebäulichkeiten fielen dem Aschhausen’schen(hinteren) Bau zum Opfer, der den Grundstock zu den heutigenFlügeln C. und D. bildet. — Diese dürftige Anlage diente biszum Ende des 17. Jahrhunderts den mächtigen BambergerFürstbischöfen zur Residenz. Niemand konnte diesen unwürdigenZustand schmerzlicher empfinden, als der für alle Kunst hoch-begeisterte Fürstbischof Lothar Franz. Aber da er durch dieWahlkapitulation in der Durchführung eines vollständigen Neu-baues, wie er wohl am meisten seinem Sinne entsprochenhätte, gehindert war, so mussten Mittel und Wege gefundenwerden, der lästigen Bestimmung zum Trotz eine würdigereResidenz zu schaffen. Man half sich damit, dass man zunächstmit dem «Ausbau» der vorhandenen brauchbaren Teile denAnfang machte, und erst allmählich, nachdem man die nötigenSummen im Staatshaushalt erübrigt und auch das Domkapitelsich wohl an den Gedanken eines Residenzbaues gewöhnt hatte,zu den eigentlichen Neubauten schritt. Die Kommission, diebeim Beginn des Baues noch eingehend über den «Riss wiedie obere neue Hofhaltung ausgebauet und verbessertwerden solle», Beschluss gefasst hatte, (14. April 1695) wirdim späteren Verlauf der Bauarbeiten nie mehr zu Rate ge-zogen; der Fürstbischof sc-hliesst vollkommen eigenmächtigseine Kontrakte ab und das Domkapitel scheint sich zufriedengegeben zu haben. 1

Die Bauten beginnen im Frühling des Jahres 1695. Nach-dem man am 20. Mai mit dem Baumeister Joh. LeonhardDientzenhofer in Unterhandlung getreten war — seine Forder-

1 Vergl. den bei Leist abgedruckten Brief, aus dem Leist allerdingseine entgegengesetzte Folgerung zieht. Ich stütze mich auf die Worte:«Wann nun wir (Domkapitel) Keineswegs gemcindt sein, derselben (Fürst-bischof) liierinfalls (Fortsetzung des Residenzbaues) einige hinderniss zuthun».