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Eine Bamberger Baumeisterfamilie um die Wende des 17. Jahrhunderts : Ein Beitrag zur Geschichte der Dientzenhofer
Entstehung
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dem Klosterbau zu bringen, durch J. L. Dientzenhofer ein neuerfruchtbarer Gedanke in der fränkischen Baukunst zum erstenAusdruck gebracht und dadurch einer technisch geübteren Bau-meistergeneration die sicheren Wege gewiesen worden waren.

Es konnte nicht fehlen, dass der tüchtige Ebracher Bau-meister bald auch von anderen Klöstern mit ähnlichen Aufgabenbetraut wurde. In direkter Verbindung mit Ebrach — mandarf wohl an eine Empfehlung des dortigen Abtes denken —■steht Leonhards Berufung nach dem Kloster Schönthal ander Jagst. Keller 1. c. S. 145 hat dieselbe in überzeugenderWeise erklärt, indem er darauf hinwies, dass der Schirmherrdes Klosters Schönthal der Kurfürst von Mainz gewesen ist, 1in dessen Dienst damals Joh. Leonhard stand. Unsere Kennt-nis von D.’s Thätigkeit für Schönthal beruht auf der (nachjetzt verlorenen Akten gearbeiteten) Chronik von Schönhut, 2der als ersten leitenden Meister den mainzischen BaumeisterDuzenhofer nennt; die Oberamtsbeschreibung 3 (S. 783) gibtihm den Vornamen Konrad und lässt ihn aus Waldsassenstammen. Offenbar liegt hier nur eine Verwechslung vor; denneine bereits beigezogene Aktenstelle (Schreiben v. 12. Sept. 1698,s. S. 57), wonach Johann Leonh. D. «noch nicht von ClosterSchönthal und Waldthüring zurückgekehrt sei», gibt uns dasBecht, den Namen unseres Meisters hier zu substituieren. ImEinzelnen ist sein Anteil an den heute stehenden Bauten nurschwer mit Sicherheit zu bestimmen. Wir können beim Baudes Klosters zeitlich drei Hauptteile unterscheiden:

1. Nebengebäude und Convent,

2. die Kirche,

3. die Abtei (Prälatenwohnung).

Nur bei der Ausführung der ersten unbedeutenderen Bautenkann Dientzenhofer betheiligt gewesen sein; er lieferte wahr-scheinlich die Pläne und hatte die Oberleitung des Baues, dessenAusführung dem Palier Jakob Ströhlein aus Gmund übertragen

1 Die andere Bemerkung, dass Schönthal dem Ordensverbande nachunter Ebrach stand, ist nach Dohme 1. c. Eiliationstabelle C nicht richtig..Schönthal stand unter Kloster Maulbronn.

2 Chronik d. Klosters Schönthal. Mergentheim 1850.

3 Beschreibung des Oberamts Künzelsau, Bd. 62. Stuttg. 1883.