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Aeusseres. Das Gebäude ruht auf einem niederen Sockel, der alsStylobat für die den Bau in vertikaler Richtung gliederndenPilaster ausgebildet ist. Ueber den konsolenartigen Kapitellenderselben verkröpft sich das streng profilierte Gebälk, das nurin der Mitte der drei Seiten durch einen loggienartigen reichenBalkonvorbau unterbrochen wird. Eine derartige Auszeichnungdes Mittelpunktes durch Freitreppe, Säulenvorbau und Balkonwar für die Längsseite eine ästhetische Notwendigkeit; die beider-seits mehrfach abgestufte Linie der Flügelbauten bedurfte fürdas Auge eines auffälligen Stützpunktes. Für die Schmal-seiten dagegen wirkt der grosse ßalkonvorbau, bei dem Weg-fall des ihn bedingenden rückleitenden Rythmus, eher aufdringlichund lässt sich nur mit dem äusserlichen Restreben erklären,die Strassenseite des Gebäudes möglichst reich zu gestalten.Ein zweigeteiltes Mansarddach, das vielleicht doch zu schwerund steil ausgefallen ist, trägt zu der imposanten Gesamt-wirkung nicht unwesentlich bei. Im ganzen erscheint mir derRau eines der erfreulichsten Beispiele zu bieten, in welchorigineller und geistreicher Weise die Architekten des 18. Jahr-hunderts derartige kleinere Aufgaben zu lösen wussten, ohnedabei in den naheliegenden Fehler der architektonischen Spielereizu verfallen.
Eine ähnliche Leichtigkeit des Schaffens bekunden die derzweiten Ebracher Bauperiode angehörenden und deshalb auchkeinesfalls von Dientzenhofer herrührenden 1 Entwürfe zuPavillons für den Abteigarten. Leider scheint von diesen höchstreizvollen Entwürfen ein relativ unbedeutender, vermutlich Kon-zept Nr. 22 (auf Blatt 28) zur Ausführung gelangt zu sein : 2 einrunder Kuppelraum mit zwei anstossenden rechteckigen Seiten-zimmern.
Wenn die Betrachtung aller dieser Bauten der zweitenPeriode ein für die Dientzenhofer-Frage negatives Resultat lieferteund das Interesse an dem Ebracher Kernbau in den Hinter-grund drängte, so darf doch nicht vergessen werden, dass mitder Idee, die Kirche in einheitliche organische Verbindung mit
1 Dagegen Gurlitt, pag. 324.
2 Vergl. d. Titelkupfer, in Brevis notitia.