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Dientzenhofers Verdienst liegt auf der technischen Seite. Amdeutlichsten wird dies aus der Betrachtung der Baugeschichtedes Klosters erhellen, die sich zunächst mit der Frage zu be-schäftigen hat, inwieweit der Baumeister bei der Neuschaffungdurch die frühere Anlage gebunden war.
Nun sind wir in der seltenen Lage, sowohl einen Grund-riss, als einen perspektivischen Aufriss der ehemaligen Gebäudezu besitzen. Im kgl. Kreisarchiv zu Bamberg wird ein grossesOelgemälde (Abb. 5) verwahrt, das unter dem Abt Albericusangefertigt, den baulichen Zustand des Klosters im Jahre 1663zeigt. In Verbindung mit dem genauen Grundriss (Abb. 6),den Dientzenhofer 1 zu Beginn seiner Thätigkeit aufzu-nehmen beauftragt wurde, gibt uns dasselbe ein anschaulichesBild vom Umfang des damaligen Klosters. An die von deralten Ordensregel vorgeschriebenen Gebäude 2 (Kirche, Schlaf-haus, Refektorium, Gaststube, Pförtnerwohnung) hatte sich all-mählich ein ansehnlicher Komplex angegliedert. Ausgangspunktder Anlage war die Kirche, an deren südlicher Längsseite sichder Kreuzgang anschloss. Um denselben gruppierten sich dieConventsgebäude, eine Anordnung, wie sie auch von D. unterVeränderung der Richtungslinien der einzelnen Trakte beibe-halten wurde. Die Prälatur, ein schmuckloser Flügel, war nachhinten gelegen; die vorderen Räume nach dem Kirchenportalzu waren als Gastzimmer für hohen Besuch (sog. Fürstenzimmer)bestimmt. Während bei den bisher genannten BaulichkeitenGrundriss und Aufriss übereinstimmt, zeigt ein Vergleich deranderen Teile, dass sich der Maler der Abrundung seines Bildeszuliebe verschiedene Ungenauigkeiten zu Schulden kommenliess: das Dormitorium ( 2 ) lag in gerader Fortsetzung des öst-lichen Kreuzarmes, nicht wie das Oelbild zeigt, unter stumpfemWinkelabgebogen; infolgedessen ist auch die Lage des Museums
1 Es wurden ihm dafür am 13. Januar 1687 14 fl. 6 kr. vergütet. DieOriginal-Aufnahme scheint nicht mehr vorhanden zu sein; doch findensich auf den in der Würzburger Universitätsbibliothek verwahrten EbracherEntwürfen mit leichten Strichen die ehemaligen Gebäude eingezeichnetDie beigegebene Abbildung ist nach einer Bause verkleinert.
2 S. Dohme, Die Kirche des Cisterzienserldosterordens in Deutsch-land, S. 22. Leipzig 1869,