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Eine Bamberger Baumeisterfamilie um die Wende des 17. Jahrhunderts : Ein Beitrag zur Geschichte der Dientzenhofer
Entstehung
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nannt. 1 Auch die Jesuitenakten des kgl. allgemeinen Reichs-archivs in München enthalten keinerlei Andeutungen. So ver-mag ich denn, wenn ich die Unzuverlässigkeit derartiger littera-rischer Nachrichten erwäge, die Vermutung nicht zu unter-drücken, dass man Pozzo’s Thätigkeit für Bamberg (er maltelaut Aktennotiz 1709 das Hochaltarbild für die Jesuitenkirche)zu sehr verallgemeinert hat. 2 Die Erwägung ferner, dass derJesuitenpater gerade damals (von 1685 an) in Rom eine äusserstlebhafte Thätigkeit entfaltete, 3 lässt keinesfalls die Annahmeseiner persönlichen Anwesenheit in Bamberg zu. Pläne, dievielleicht von ihm herrührten, konnten also höchstens allge-meine Bau-Ideen enthalten, die von dem Bamberger Baumeistererst dem konkreten Fall angepasst werden mussten. Wenn dieBestimmung, nach welcher grössere Baulichkeiten für die Ge-sellschaft Jesu nur mit Erlaubnis des Ordensgenerals errichtetwerden durften, damals noch in Kraft war, so liesse sich den-ken, dass die Pläne des einheimischen Meisters zur Genehmi-gung nach Rom gesandt wurden und vielleicht mit der Unter-schrift des damaligen Ordensbaumeisters Pozzo versehen, wiederzurückkamen.

Keinesfalls entstammen die noch erhaltenen Grundrisse undder perspektivische Aufriss 4 Pozzo’s Hand; die unsichere Art

1 Freundliche Mitteilung des kgl. Lycealprofessors Herrn Dr. Hess inBamberg.

2 Einen Beleg hierfür gibt folgendes: die Notiz bei Haas «die Zeich-nung zum Kunstwerk der Kuppel findet man in Pozzos Werk über Per-spektivwissenschaft> ist bei Weber mit den Worten wieder gegeben: nacheiner Zeichnung desselben Künstlers (Pozzo) malte Marchini die Kuppel.Hiedurch wird die unrichtige Vorstellung hervorgerufen, als ob Pozzo eigensfür die Kirche die Kuppel gezeichnet hätte.

3 Für die Kirchen St. Ignatio und Gesü, vergl. Gurlitt, 1. c. S. 462, 466.

4 Von den Zeichnungen befinden sich drei in der Sammlung DrosBamberg, eine im Bamberger Kreisarchiv. Originalgrösse des Auf-risses 115x43 cm, des Grundrisses 62x45 cm. Sie sind vielleicht iden-tisch mit den 3 Grundrissen, die nach einem alten Repertorium desJahres 1778 (jetzt in der Stadtbibliothek zu Mainz) unter den Jesuiten-akten sich befanden, welche 1793 nach Mainz verbracht wurden (gütigeMitteilung des Hrn. Oberbibliothekars Prof. Dr. Velke in Mainz). Dass diePläne Entwürfe für den Bau, nicht etwa nachträgliche Aufnahmen sind,ergibt sich aus dem Umstand, dass sie erhebliche Abweichungen von derendgültigen Ausführung zeigen: Die Kapitelle der Stützen sind im Ent-wurf durchgängig als composite gedacht; auch scheint es, als ob der Fa-gadenentwurf an Stelle der ausgeführten Pilaster Säulen angeordnet hätte.