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Eine Bamberger Baumeisterfamilie um die Wende des 17. Jahrhunderts : Ein Beitrag zur Geschichte der Dientzenhofer
Entstehung
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der Zeichnung lässt eher auf einen biederen Maurermeisterschliessen ; vielleicht sogar haben wir die von Georg Dientzen-hofer angefertigten Pläne vor uns. (Tafel 2.)

Das Grundrissschema der Kirche (heute St. Martinspfarr-kirche) geht auf die Umbildung des Typus von Gesü in Romzurück, wie sie zuerst in der Münchener Michaelskirche auf-tritt. An Stelle der Kuppelreihe in den Seitenschiffen sind alsWiderlager für das Tonnengewölbe des Mittelschiffs die quer-gelegten schmalen Tonnen der Seitenkapellen getreten. DieSeitenschiffe sind jenseits des nicht über den Mauerkern vor-springenden Querschiffs als Umgang um den Chor geführt. EineNeuerung deutschen Ursprungs liegt in der Hinzufügung einesTurmes am Ende des Chors, in der Mitte des Umgangs. Beider Fapade ist der interessante Versuch gemacht, durchtiefe Nischen die grossen Mauerflächen zu beseitigen und dasGanze in ein System tragender und getragener Bauteile auf-zulösen. Die horizontale Zweiteilung der Fapade in ein dorischesUntergeschoss und einen jonischen Oberbau, dessen überhöhterMittelteil eine korinthisierende Pilasterordnung zeigt, ist auchan den Seiten in paarweise angeordneten Pilasterstellungendurchgeführt.

Die Ausführung im Einzelnen ist streng gesetzmässig, vonwuchtig derber Kraft, und will sich in keiner Weise mit demBegriff barocker Ueppigkeit verbinden lassen, der sonst demNamen Pozzo anhaftet. An dekorativen Zierformen ist der Bauauffallend arm, das im Entwurf vorgesehene Ranken- undMuschelornament ist weggefallen; nur der Rundplastik und demdekorativ verwendeten Balustradenmotiv ist die Belebung derFaqade zu danken.

Die Baudaten der Kirche sind folgende: am 11. August1686 wurde unter grosser Feierlichkeit der Grundstein gelegt;nach Tjähriger Bauthätigkeit konnte die Kirche, am 17. Mai1693, 1 geweiht werden; der Turm kam erst 1696 zur Vol-lendung. 2

1 Das Datum 1690 am Giebel der Dagade bezieht sich nur auf dieVollendung dieses Bauteiles.

2 Haas, 1. c. S. 557.