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im Besitze Joh. Leonh. Dientzenhofers befunden haben; bei derUnbestimmtheit ihrer Herkunft sind sie jedoch nur ganz allge-mein zur Charakteristik der kirchlichen Baukunst jener Zeit zuverwerten.
Zu Grunde liegt bei den meisten Entwürfen das Schemader Jesuitenkirchen: eine kreuzförmige Anlage, bei der dieQuerschiffe nur wenig oder gar nicht über die Seitenmauernvorspringen. Das Mittelschiff ist in der Tonne überwölbt; dieschmalen Seitenschiffe sind in einzelne Kapellen eingeteilt, dieje für sich mit Längstonne oder Kreuzgewölbe gedeckt, zugleichals Widerlager für das Mittelschiffgewölbe zu dienen haben; derChor ist zumeist im Halbrund geschlossen.
An diesen Durchschnittstypus schliessen sich mancherleiVariationen an. So sind die Seitenschiffe entweder in eineReihe kuppelgedeckter Kapellen zerlegt, oder es wechseln dieKuppelräume mit Tonnengewölben, bei welch letzterem Systemdann das Mittelschiff gewöhnlich umgekehrten Ryfhmus zeigt.Eine weitere Spielart bringt die Einteilung der Seitenschiffe inhalbkreisförmig oder mit drei Seiten aus dem Sechseck ge-schlossenen Nischen (ähnlich St. Michael in München), dieteils äusserlich sichtbar, teils in die gerade Längsmauer ein-gebaut sind. Die entstehenden zwickelförmigen kleinen Räumesind dann wohl durch einen Gang, der durch den Hauptpfeilergetrieben ist, zugänglich, oder sie öffnen sich nischenförmig,durch Balustrade geschlossen, nach der Aussenseite. Es fehltauch nicht an gelegentlichen Spielereien, die nie zur Ausführungbestimmt sein konnten; so wechseln bei einem Entwürfe imSeitenschiff sechseckige Kapellen mit rückspringenden halbsechs-eckigen Räumen.
In der Pfeiler form finden sich die einfachsten Bildungenmit den vorgelegten Pilastern zur Aufnahme der Gewölbegurtebis zu den kompliziertesten Erscheinungen mit tief in denPfeilerkern einspringenden Dreiviertelsäulen, die von der Urform
worden waren. Sie sind grösstenteils in der Weise angeordnet, dass nurdie eine Hälfte eines Schemas ausgefiilirt ist, während die andere Hälftedes Blattes mit einem anderen Entwurf ausgefiillt ist. Zum Teil scheinensie auch bekannteren Kupferwerken entnommen zu sein (cf. Blatt 18 b mitLcuthner, Tafel ö).