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ragenderen Gebäuden, wie Kloster-, Schloss- und Kirchenbautengewinnen, da nur für sie teilweise noch ein gesichertes Akten-material vorhanden ist.
Ein besonders reiches Arbeitsfeld boten der Baukunst zuEnde des 17. Jahrhunderts die zahlreichen Neubauten dar, mitwelchen die Klöster wetteifernd einander zu überbietensuchten. Waren es auch grösstenteils nur einfache Zweck-mässigkeitsbauten, sie vervollkommneten doch die Technik desBauhandwerks und gaben ihm Gelegenheit, für grössere künst-lerische Aufgaben sich vorzubereiten, wie sie die nächstenJahrzehnte der Architektur im Schloss ba u stellten.
Erst in ihm konnte die Baukunst, unterstützt von edlenBestrebungen hochgesinnter Fürsten, von Anfang an freier ihreFähigkeiten entfalten, und es fehlte wahrlich nicht an begeister-ten Förderern der Kunst.
Mit dem Regierungsantritt (16. Nov. 1693) des BambergerFürstbischofs Lothar Franz von Schönborn, der bald darauf(2. Mai 1695) zum Erzbischof und Kurfürst von Mainz, unddamit zur höchsten Stelle im Reiche emporstieg, begann fürdie deutsche Kunstgeschichte jene glanzvolle Periode, die manmit einiger Berechtigung das «Zeitalter der Schönborn»nennen könnte. Das erlauchte Haus der Grafen von Schön-born 1 strebte damals der Höhe seiner politischen Bedeutungentgegen. In den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhundertswaren eine geraume Zeit hindurch alle bedeutenden geistlichenHerrschaftsgebiete in Franken und Schwaben in den Händendieser Familie vereinigt: das Bistum Bamberg (1693—1746),das Kurfürstentum Mainz (1695—1729), die Bistümer Würz-burg (1719—25, 1729—46), Speier (1719—43) und Konstanz(1740—43), das Kurfürstentum Trier (1729—56), endlich dasBistum Worms und die gefürstete Propstei Ellwangen (1732—56)bezeichneten gleichzeitig die Machtsphäre des zu höchstem An-sehen gelangten Geschlechtes. 2
1 Die Familie entstammt einem Rittergeschlechte des Westerwaldes;1663 wurde sie in den Reichsfreiherrnstand erhoben; 1701 erfolgte ihreErhebung in den Reichsgrafenstand.
2 Die einzelnen Fürsten sind genannt bei Jos. Keller, Balthasar Neu-mann. Würzburg, 1896. S. 15-16.