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Eine Bamberger Baumeisterfamilie um die Wende des 17. Jahrhunderts : Ein Beitrag zur Geschichte der Dientzenhofer
Entstehung
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dieser Entwicklung soll die Einzeluntersuchung seiner WerkeKlarheit bringen; aber schon hier sei betont, dass seine Be-deutung seither zweifellos überschätzt worden ist, da sichdas Urteil über seine künstlerischen Fähigkeiten hauptsächlichan Bauwerken bildete, die entweder nicht von ihm herrührenoder doch nicht die Bedeutung haben, die man ihnen beimass.Sein Name umfasste seither wie ein. Kollektivbegriff beinahedie gesammte oberfränkische Baukunst bis zum Auftreten desberühmteren Würzburger Architekten Balthasar Neumann, sodass sowohl das bedeutende Wirken seines Bruders Johann, alsauch die nicht näher bestimmbare Thätigkeit anderer gleich-zeitiger Meister, wie des Stadtbaumeisters Joh. Christ. Bissing 1oder des Ingenieurs Rosenzweig (gestorben als Stadtbaumeister1728) unter seiner Lebensarbeit mit inbegriffen waren.

Die Thätigkeit dieser einzelnen Meister lässt sich heutenur schwer mehr umgrenzen, am wenigsten auf dem Gebiete,welches in jener Zeit der Architektur die meisten Aufgabenstellte: beim Bau des bürgerlichen Wohnhauses. Damalsentstand für das mittlere Bürgerhaus jener einfache Typus, derlange Zeit vorherrschend blieb: eine solide, mässig breite Sand-steinfagade öffnet sich im Erdgeschoss, dessen Horizontalfugenbetont sind, in Rund- oder Flachbogen für Thüre und Fensternach der Strasse; über dem abschliessenden Gesims des unterenStockwerkes erheben sich die beiden Obergeschosse, durch einschmales Zwischengesims getrennt und an beiden Seiten voneiner Pilasterordnung als Trägerin des Dachgesimses flankiert.Die Fenstergewände, häufig mit Eckverstärkungen, sind imallgemeinen schmucklos, nur die Sohlbänke werden in be-scheidener Weise hervorgehoben. Bei reicheren Anlagen istdie Hausthüre durch einen schräg vorspringenden Säulenbaumit Rundgiebelansätzen und plastischem Schmuck zum Portalausgestaltet. — Diese allgemeine Charakteristik der bürger-lichen Bauweise muss, so lange nicht sichere Zuteilungen vor-genommen werden können, die Stelle der Einzelbetrachtungersetzen. Bestimmtere Resultate lassen sich nur bei den hervor-

1 Seit 1704 bekleidet Bissing'dieses Amt. Kosenzweig hat den PagenUnterricht in der «Ingenieurkunst» zu erteilen.