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Eine Bamberger Baumeisterfamilie um die Wende des 17. Jahrhunderts : Ein Beitrag zur Geschichte der Dientzenhofer
Entstehung
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sich aber bald in den Kreisen der Auftraggeber sowohl als dereinheimischen Meister eine gewisse Opposition. Dieselbegerechte Erbitterung gegen das Verdrängen des deutschen Hand-werks durch Fremde, wie sie nicht viel später in Wien ihrenberedten Ausdruck in Johann Wagners «Ehrenruff Deutschlands,der Teutschen Und Ihres Reichs» 1 2 gefunden hat, scheint inBamberg zum Durchbruch gelangt zu sein, als man sich (1688)entschloss, die eben erst geschaffenen italienischen Stuckaturender Stephanskirche wieder beseitigen zu lassen und einendeutschen Meister Johann Jakob V o ge 1- mit der Neuanfertigungzu betrauen. Mit der weiteren Uebertragung der bedeutendenStückarbeiten in der Residenz (1096) und in Banz (1705) andie Deutschen war dann wenigstens im Stuckaturgewerbe der Siegder einheimischen Meister bekräftigt.

Um dieselbe Zeit erscheint in Bamberg ein anderer deutscherMeister, dem es in ähnlicher Weise gelingt, die Herrschaft inder Architektur den Ausländern zu entreissen und das deutscheBauhandwerk wieder zu Ehre und Ansehen zu bringen :

Johann Leonhard D i e n t z e n h o f e r.

Auf die Fortentwicklung der Baukunst blieb der Wechselin der Führerschaft vorerst ohne grossen Einfluss: es kamenim wesentlichen dieselben Grundformen wie zuvor zur An-wendung. Auch von deutscher Eigenart kann bei den neuentstehenden Bauwerken nicht die Rede sein; man müsste denndie bei den Anfangsbauten zu beobachtende Ungewandtheit derFormengebung mit der deutschen Herkunft der Erbauer in Zu-sammenhang bringen. Gegenüber der schwülstigen BarockePetrini's mag hierin ein die fortlaufende Entwicklung hemmen-der Faktor erblickt werden, der für einige Zeit die angebahnteRichtung auf das Derb-Massige in den Hintergrund drängte.

Ueber Johann Leonhard Dientzenhofer’s Stellung innerhalb

1 Wien 1691. S. Ilg-, Fischer von Erlach. Wien 1896. S. 149.

2 Vogel ist einer der meist beschäftigten Stuckateure seiner Zeit;von ihm stammen, ausser den im Text genannten Arbeiten: Die Deckver-zierungen der oberen Pfarrkirche (1689), die Stückarbeiten im SchlosseSeehof (1710) und im Kloster Michelsberg (1716). Näheres über sein Lebenist mir nicht bekannt.