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Eine Bamberger Baumeisterfamilie um die Wende des 17. Jahrhunderts : Ein Beitrag zur Geschichte der Dientzenhofer
Entstehung
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kehrendem Wohlstand auch das Bedürfnis nach einer künst-lerischen Gestaltung der notwendigen Neu- und Umbautenwieder erwachte, als es galt, grössere Bauaufgaben, derenLösung durch den Krieg unterbrochen worden war, wiederaufzunehmen, fehlte es an einheimischen Meistern; man wargenötigt, nach auswärtigen Künstlern sich umzusehen.

Das erste Ereignis von künstlerischer Bedeutung war injenen Zeiten neu erstarkenden Kunstsinns die Wiederher-stellung des Doms (1648—53). Für die Architekturge-schichte nur von untergeordnetem Interesse, bietet sie für die(noch gänzlich unbearbeitete) Geschichte der Barockplastikeinen bestimmt fassbaren Ausgangspunkt. Denn es wird be-richtet, dass man damals zur Anfertigung der bedeutendenSkulpturen 1 für die 3 neuen Altäre einen Bildhauer ausFrankfurt a. M., Justus Glessckher, berufen hat (1651).

Nach Würzburg wandte man sich dann (1657), um indem Baumeister Nikolaus König den Leiter der Ausbauungs-arbeiten an der Stephanskirche 2 zu gewinnen, welche 1627nach den Plänen eines Brandenburgers, Valentin Juncker inBayersdorf, unter dem fürstlich bambergischen BaumeisterJohann Bonalino 3 begonnen, aber nur in ihren Chorteilenvor Beginn des Krieges vollendet worden war. Die Wahl wareine unglückliche; der Baumeister König erwies sich unfähig,und das von ihm erbaute Langbaus musste schon nach 15Jahren wieder eingelegt werden. Als Retter in der Not erschiennun der Architekt, der in jener Zeit das Bauwesen im Würz-burger Bistum beherrschte, der Italiener Antonio Petrini. 4

1 Die für ihre Entstehungszeit merkwürdig ernsten Bildhauerarbeitenwurden bei der Domrestauration (von 1828-44) als barocke Zuthaten wie-der beseitigt. Aus der Sammlung des Martin v. Beider (dem sie bei derVersteigerung um 16 fl. 20 kr. zugeschlagen -worden waren) gingen sieteilweise (Crucifixus, Maria, Magdalena, Johannes, Salvator u. einige Engel)in den Besitz des Schreinermeisters Dennefeld über, aus dessen Nachlasssie der Kaufmann Dros in Bamberg erwarb. Ueber die Herkunft dieserinteressanten Bildwerke berichtet die erhaltene Baurechnung im kgl. Kreis-archiv Bamberg.

2 Fiir diese Nachrichten ist Quelle : Jäck, Bamberger Jahrbücher.

3 Bonalino war 1625 an Stelle des verstorbenen Baumeisters Globetlimit einem Jahresgehalt von 115 fl. im bischöflichen Dienst angestellt worden.

4 Sein bekanntestes Werk ist die Kirche des Stiftes Haug in Würzburg.